Der grosse Sieg des Wladimir Wladimirowitsch
Wladimir Putin wird zum dritten Mal in den Kreml einziehen. (Reuters)
- Mittwoch, 9.5.2012: Putin lädt zur grossen Parade
- Montag, 7.5.2012: Drinnen Prunk, draussen Proteste
- Sonntag, 6.5.2012: Gewaltsame Proteste gegen Putin in Moskau
- Samstag, 10.3.2012: Protest: 25'000 fordern Neuwahlen und Reformen
- Dienstag, 6.3.2012: Festgenommene Putin-Gegner wieder frei
- Montag, 5.3.2012: Medwedew lässt Chodorkowski-Verfahren prüfen
- Sonntag, 4.3.2012: Hintergrund: Putins politische Schwerpunkte
Die russische Wahlkommission hat Regierungschef Wladimir Putin offiziell zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt. Der 59-Jährige habe 63,75 Prozent der Stimmen erzielt, teilte der Chef der Zentralen Wahlkommission in Moskau mit.
Absolutes Mehr in Metropolen verfehlt
Die Wahlbeteiligung lag bei 65,3 Prozent der rund 110 Millionen Berechtigten. In der russischen Hauptstadt Moskau hat Putin die Mehrheit knapp verfehlt. Er landete demnach bei 47 Prozent der Stimmen. Auch in seiner Heimatstadt St. Petersburg blieb der frühere Geheimdienstchef unter dem Landesdurchschnitt.
In den beiden grössten Städten des Landes hatte es zuletzt beispiellose Proteste gegen Putin gegeben.
Opposition weit abgeschlagen
Auf Platz zwei der Präsidentenwahl landete Kommunistenchef Gennadi Sjuganow mit 17 Prozent der Stimmen. Der erstmals zugelassene Milliardär Michail Prochorow kam auf knapp 8 Prozent, der Ultranationalist Wladimir Schirinowski auf 6 Prozent und der Linkskonservative Sergej Mironow auf rund 4 Prozent. Die Oppositionskandidaten schafften es nicht, Putin in die Stichwahl zu zwingen.
Putin wird nach 2000 und 2004 im kommenden Mai zum dritten Mal in den Kreml als Präsident einziehen. Gemäss geänderter Verfassung regiert er dann erstmals sechs Jahre und damit zwei Jahre länger als bisher.
Auch ohne Manipulationen Wahlsieger
Während der Wahlen gab es verschiedentlich Fälschungsvorwürfe. DRS-Russland-Korrespondent Peter Gysling hält jedoch fest: Wladimir Putin – oder Wladimir Wladimirowitsch, wie er in Russland oft genannt wird – wäre auch ohne Manipulationen gewählt worden. Aber: Die Fälschungsvorwürfe untergraben die Glaubwürdigkeit des russischen Staates.
Neue Demonstrationen angekündigt
Wird Putin sich die Forderung der Opposition nach mehr Demokratie zu Herzen nehmen? Peter Gyslin glaubt nicht daran: Putin gehe es um den Machterhalt, weniger um das Wohl des Landes. Der Russland-Korrespondent von Radio DRS hält es darum sogar für möglich, dass Putin künftig noch autoritärer regieren werde.
Die russische Opposition will gegen die ihrer Meinung nach unehrlichen Wahlen protestieren: In Moskau und St. Petersburg wurden Proteste angekündigt. Auch Putins Anhänger haben Grosskundgebungen zur Unterstützung des neuen alten Kremlchefs organisiert. (smus; pet, dpa)
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