Hintergrund: Die Kandidaten zur Wahl
Michail Prochorow
Er war das einzige neue Gesicht unter den Kandidaten. «Meine Aufgabe ist es, bei diesen Wahlen der wichtigste Anti-Putin zu werden», schrieb Russlands drittreichster Mann auf Twitter. Prochorow ist Chef des Investmentfonds Onexim, sein Vermögen wird auf 18 Milliarden Dollar geschätzt. Mit seiner bissigen Kritik an den Zuständen in Russland, seiner Teilnahme an den Protesten sowie seiner Präsenz in den sozialen Netzwerken trifft Prochorow den Nerv vieler Menschen. Wie er zum «Anti-Putin» werden will, ist aber weitgehend offen. Sein professionell aufgezogenes Wahlprogramm halten Experten für wenig durchdacht. Auch innerhalb der zersplitterten Opposition hat Prochorow einen schweren Stand: Er steht im Verdacht, ein Kreml-Agent zu sein, der Proteststimmen abfangen soll, ohne Putin gefährlich zu werden.
Gennadi Sjuganow
Im Rennen um die Präsidentschaft ist er ein alter Bekannter. Sjuganow, Chef der Kommunistischen Partei, trat schon 1996, 2000 und 2008 bei den Präsidentschaftswahlen an. Er gehörte schon zu Sowjetzeiten dem Politbüro an. Seit Anfang der 1990-er Jahre führt er die Nachfolgepartei der Kommunisten in Russland, sie sind die grösste Oppositionspartei im von der Kreml-Partei Einiges Russland dominierten Parlament.
Wladimir Schirinowski
Schirinowski ist Parteichef der Liberaldemokratischen Partei (LDPR). Entgegen ihrem Namen ist die von Schirinowski gegründete eine rechts aussen angesiedelte, populistische Bewegung. Im Vorfeld der Duma-Wahlen im Dezember 2011 propagierte Schirinowski offen eine «Überlegenheit der russischen Rasse» gegenüber Kaukasiern und Zentralasiaten. Trotz aller Verbalprovokationen gilt die LDPR aber für den Kreml als verlässlicher Partner, der rechtsgerichtete Protestwähler anzieht. Schirinowski selbst gilt als Polterer und «Rambo»-Kandidat, der austeilen kann - und zwar buchstäblich. Bereits mehrfach wurde er gegenüber politischen Gegnern ausfallend und handgreiflich.
Sergej Mironow
Der Chef der Partei «Gerechtes Russland» hat innerhalb der Opposition ebenfalls einen schweren Stand. Viele nehmen ihm seine Gesinnung schlicht nicht ab, was auch mit der Partei zu tun hat, der er vorsteht. «Gerechtes Russland» wurde 2006 auf Anweisung des Kreml gegründet, um - wie es hiess - die «Konkurrenz innerhalb des Systems» zu beleben. Seither sei es Mironow und seiner Mannschaft nie gelungen, das Image einer vom Kreml geschaffenen «Westentaschen-Opposition» loszuwerden, schreibt das deutschsprachige Blatt «Russland Heute». Mironow selbst versteht seine Partei als gemässigte Oppositionskraft, die auch immer wieder einmal Putin angegriffen hat. (ank, dpa/reuters)
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