Scharfe Reaktionen auf Raketenstart
Berichterstattung an einem Bahnhof in Südkoreas Hauptstadt Seoul: Nordkoreas Raketenstart hat den Nachbarn alarmiert. (Reuters)
Seit 1947 beherrschen Kim Il Sung, später sein Sohn Kim Jong Il und nun dessen Sohn Kim Jong Un Nordkorea. Die Macht des Staatschefs stützt sich dabei auf fünf zentrale Säulen. Mehr
Nordkoreas Start einer Rakete ist von einer Reihe von Staaten scharf verurteilt worden. Südkorea, Japan und auch die USA sprachen von einer schweren Provokation, die die Sicherheit in der Region gefährde.
Die USA forderten eine scharfe Reaktion der Weltgemeinschaft. Zugleich warnte Sicherheitsberater Ben Rhodes das Regime in Pjöngjang vor einem weiteren Atomtest. Noch schärfere Sanktionen und «zusätzliche Schritte wären die Folge», sagte Rhodes nach Angaben des Weissen Hauses. Solange das verarmte Nordkorea Geld für Waffenprogramme ausgebe, könne es nicht mit US-Nahrungsmittelhilfen rechnen, signalisierte Rhodes.
China rief alle Seiten zu Ruhe und Zurückhaltung auf. Ein Sprecher des Aussenministeriums warnte vor Aktionen, die Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und in der Region gefährden würden. Auch sollten alle Parteien im Gespräch bleiben. China ist der wichtigste Verbündete des international sonst weitgehend isolierten Nordkoreas.
Russland schliesst neue Sanktionen aus
Auch Russland kritisierte den Raketenstart als Verstoss gegen einen Beschluss des Uno-Sicherheitsrats. Mit dem Start der Rakete habe Nordkorea weitere Gespräche mit der internationalen Gemeinschaft über sein Atomprogramm «deutlich erschwert».
Russlands Aussenminister Sergej Lawrow stellte aber bereits klar, dass sein Land keinen neuen Sanktionen gegen Nordkorea zustimmen werde. «Wir glauben nicht an neue Sanktionen», sagte er in Moskau. Mit diesen werde nichts erreicht, was die Situation entspannen könnte.
Beratung im Uno-Sicherheitsrat
Der Uno-Sicherheitsrat befasste sich am Freitag in New York zunächst ohne Resultat mit dem Raketenstart: «Der Rat berät weiter über eine angemessene Reaktion», sagte US-Botschafterin Susan Rice, die in diesem Monat das Gremium präsidiert, nach gut zweistündiger Beratung. Sie wollte aber nicht sagen, was eine solche Reaktion sein könnte. Auch zu möglichen neuen Sanktionen äusserte sie sich nicht.
Vor allem westliche Diplomaten hatten auf eine formelle Verurteilung Pjöngjangs gedrängt. So wollten die Franzosen in einem Text verankert wissen, dass der Start ein Akt der Provokation sei, der Uno-Resolutionen verletze und die Spannungen in der Region verstärke. (ank;pet;bru, sda/afp/dpa/reuters)
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