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Freitag, 7.9.2012

Arbeitslosenquote gefährdet auch Obamas Job

Schwache Arbeitsmarktdaten haben US-Präsident Obama einen Dämpfer versetzt. Die Arbeitslosenquote sank zwar auf 8,1 Prozent – das aber vor allem, weil viele Amerikaner die Jobsuche aufgaben.

Arbeiter am Demokraten-Parteitag bauen Obamas Redner-Bühne im Sportstadion wegen Unwetter-Warnungen ab. Die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt könnte dem Präsidenten auch die Wiederwahl verhageln. (Reuters)

Der matte Glanz des Präsidenten

Beitrag aus Echo der Zeit vom Freitag, 7.9.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

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Zwei Monate vor den Wahlen liegt die Arbeitslosigkeit in den USA noch immer über acht Prozent. Zwar sank die Rate im August leicht auf 8,1 Prozent, nach 8,3 Prozent im Juli, wie das Arbeitsministerium bekanntgab. Doch es wurden lediglich 96'000 neue Jobs geschaffen - weit weniger als erwartet. Die hohe Arbeitslosigkeit gilt als Achillesferse des sich zur Wiederwahl stellenden US-Präsidenten Barack Obama.

Experten hatten dagegen im August mit einem Zuwachs von 130'000 neuen Stellen gerechnet. Noch im Juli sei die Zahl der Beschäftigten um revidiert 141'000 (zuvor 163'000) gestiegen, teilte das Ministerium in Washington weiter mit.

Viele Amerikaner ohne Job meldeten sich gar nicht mehr als arbeitslos, was die geringere Quote erklärt, meinten Experten. Die Zahlen seien auch ein deutliches Zeichen dafür, dass die Konjunkturflaute in der weltgrössten Volkswirtschaft weiter andauere. Zentralbankchef Ben Bernanke hatte erst kürzlich weitere Massnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft in Aussicht gestellt.

Obama will Probleme in nächster Amtszeit lösen
Erst in der Nacht hatte Obama beim Parteitag der Demokraten zahlreiche Massnahmen versprochen, um mehr Jobs zu schaffen - falls er am 6. November wiedergewählt wird. Er bat auf dem Nominierungsparteitag seiner Demokraten auch um mehr Zeit zur Lösung der Wirtschaftskrise. «Sie haben mich gewählt, damit ich die Wahrheit sage. Und die Wahrheit ist, dass es mehr als nur ein paar Jahre dauern wird, um die Herausforderungen zu bewältigen, die sich über Jahrzehnte angesammelt haben», sagte Obama in North Carolina.

Allerdings: Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde kein amerikanischer Präsident im Amt bestätigt, wenn die Arbeitslosenquote über acht Prozent lag.

Mitt Romney, der republikanische Herausforderer Obamas, reagierte mit Sarkasmus auf die neuesten Zahlen: «Gestern Nacht war Party, heute Morgen folgt der Kater», heisst es in einer schriftlichen Erklärung. Seit 43 Monaten in Folge liege die Quote über acht Prozent. «Obama hat schlicht seine Versprechen nicht eingehalten und seine Politik funktioniert nicht.» (wedj, dpa/ reuters)

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