Erstes TV-Duell zwischen Obama und Romney
Das TV-Duell warf schon seit Tagen seine Schatten voraus - das ganze Land wartet mit Spannung auf die Debatte. Hier eine Aufnahme aus dem Fernseh-Studio in Denver. (Keystone)
- Freitag, 9.11.2012: Obama reicht der Opposition die Hand
- Freitag, 9.11.2012: Romney-Lager räumt Niederlage in Florida ein
- Donnerstag, 8.11.2012: Obama geht nach Wiederwahl zurück an die Arbeit
- Mittwoch, 7.11.2012: US-Börsen deutlich schwächer
- Mittwoch, 7.11.2012: US-Kongress: Blockade bleibt bestehen
- Mittwoch, 7.11.2012: Obama bekommt zweite Chance
Von USA-Korrespondent Beat Soltermann
Die US-Medien berichten seit Tagen praktisch nur noch über ein Thema: die erste TV-Debatte zwischen US-Präsident Barack Obama und seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney.
Auf allen Kanälen treten Sprechtrainer, Experten für Körpersprache und Debattier-Professoren auf und sagen, worauf Obama und Romney achten müssen: Sie haben alle möglichen Tipps und Tricks auf Lager, darunter auch viele widersprüchliche Ratschläge.
Obama und Romney würde es wohl schwindelig, hätten sie Zeit zum Fernsehschauen und wären sie nicht so sehr in ihre Debattenvorbereitung vertieft.
Viele Kandidaten tappten schon in die Falle
Dabei liegen einige der Tipps auf der Hand. Man darf nichts offensichtlich Falsches sagen. 1976 zum Beispiel behauptete Präsident Jerry Ford in der Debatte mit Jimmy Carter, Osteuropa stehe nicht unter Sowjet-Einfluss. Dieses Blackout hat zu seiner Niederlage im November beigetragen.
Man sollte immer daran denken, dass 60 Prozent der Information nonverbal kommuniziert werden. 1992 schaute George Bush Senior mehrfach demonstrativ auf seine Armbanduhr, so, als hätte er noch etwas Wichtigeres vor an diesem Abend. Das kam schlecht an.
Oder Al Gore. Er seufzte und stöhnte wiederholt hörbar, wenn George W. Bush am Reden war. Das gab keine Sympathiepunkte.
Fehler nicht wiederholen
Und sonst? Die meisten Experten sagen, Obama dürfe nicht dozieren, er müsse seine Argumente auf den Punkt bringen und ja nicht arrogant werden. Sicher nicht so, wie 2008 in einer Debatte gegen Hillary Clinton, als sie sagte, ja Obama sei sehr sympathisch, und Obama schnippisch antwortete, Hillary könne man auch gerne haben.
Romney, raten die viele Experten, müsse gegen Obama in die Offensive gehen, dürfe sich aber nicht zu Spontanaktionen verleiten lassen. Die könnten ihm nur schaden, wie zum Beispiel jene 10'000-Dollar-Wette, die er mit Rick Perry in den Vorwahlen eingehen wollte und die sein Image als abgehobener Multimillionär zementieren half.
Schwierigkeit nicht zu unterschätzen
Letztlich spielen bei der Debatte die Erwartungen des Publikums eine grosse Rolle. Beide Wahlkampfteams stapeln deshalb bewusst tief und loben auffällig oft die rhetorischen Fähigkeiten des Gegners.
Nur einer hält sich nicht daran: Gouverneur Chris Christie aus New Jersey. Der korpulente Romney-Unterstützer betont auf allen Kanälen lauthals, Romney werde das Duell klar für sich entscheiden:
Am Donnerstagmorgen würden sich die Leute am Kopf kratzen und sagen: Wow, für die Tage bis zur Wahl sind die Karten ganz neu verteilt worden. (wedj)
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