Obamas Vorsprung ist weggeschmolzen
Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Obama und Romney: Der amtierende US-Präsident Barack Obama redet in San Francisco und rührt die Werbetrommeln für seine Wahl. (Keystone)
- Freitag, 9.11.2012: Obama reicht der Opposition die Hand
- Freitag, 9.11.2012: Romney-Lager räumt Niederlage in Florida ein
- Donnerstag, 8.11.2012: Obama geht nach Wiederwahl zurück an die Arbeit
- Mittwoch, 7.11.2012: US-Börsen deutlich schwächer
- Mittwoch, 7.11.2012: US-Kongress: Blockade bleibt bestehen
- Mittwoch, 7.11.2012: Obama bekommt zweite Chance
Vier Wochen vor der US-Wahl muss Präsident Barack Obama um seinen lange Zeit sicher geglaubten Vorsprung fürchten. Der republikanische Bewerber Mitt Romney zog in einer nationalen Wählerbefragung am demokratischen Amtsinhaber vorbei.
Spannendes Rennen
Bei den Wählern, die voraussichtlich ihre Stimme abgeben werden, kam Romney in einer Umfrage des Pew Research Center landesweit auf 49 Prozent. Für Obama würden 45 Prozent der Befragten stimmen.
Auch andere Umfrageinstitute, wie zum Beispiel Gallup, verzeichnen wachsenden Zuspruch für Romney. Allerdings sind die Umfragewerte derart knapp, dass die Abstände zwischen den beiden Kandidaten im Bereich des statistischen Irrtums liegen.
Nationale Umfragen wenig aussagekräftig
Ausserdem handelt es sich hier um nationale Umfragen. Die sagen, wer am meisten Stimmen gewinnt. Wahlsieger ist am Schluss aber nicht, wer landesweit die meisten Stimmen macht, sondern wer die Mehrheit der 538 Elektoren gewinnt.
Es ist möglich, dass der Sieger die Mehrheit der Elektoren hat, aber nicht die Mehrheit der Stimmen. Deshalb sind Umfragen in den Bundesstaaten relevanter. Die aber dürften dem Obama-Team heute noch mehr Sorgen bereiten.
Romney spürt derzeit nämlich auch in den matchentscheidenden Swingstates den Wind im Rücken: In Florida liegt er neuerdings mit Obama gleichauf, in Virginia noch knapp zurück, in Ohio hat er den Rückstand deutlich aufgeholt.
Schwaches TV-Duell kostet Obama Zustimmung
Letzte Woche hatte Obama beim ersten TV-Rededuell der beiden Kandidaten nach Ansicht vieler Kommentatoren überraschend unmotiviert gewirkt und Romney das Feld überlassen. Seither ist Romney im Aufwind.
Dass Obama beim ersten TV-Duell nicht überzeugte, gibt er mittlerweile sogar selber zu. Bei einem Wahlkampfauftritt in San Francisco sagte er zu anwesenden Musikern, diese würden jede Nacht fehlerfrei auftreten. «Das kann ich von mir selber nicht immer behaupten», so Obama in Anspielung auf seinen TV-Auftritt.
Romney: Keine Einsparungen bei Militär
Der Republikaner Romney seinerseits nimmt zunehmend die als zu zögerlich kritisierte Aussenpolitik Obamas ins Visier. In einer aussenpolitischen Grundsatzrede forderte Romney mehr Druck auf Iran und bekräftigte den globalen Führungsanspruch der USA.
«Das 21. Jahrhundert kann und muss ein amerikanisches Jahrhundert sein», sagte Romney. Der in der Aussenpolitik bislang wenig erfahrene Republikaner sprach sich energisch gegen Einsparungen im US-Militärhaushalt aus. Präsident Obama habe in der Aussenpolitik versagt.
Syrische Rebellen bewaffnen?
Romney warb auch für eine stärkere Bewaffnung syrischer Rebellen. Die USA müssten gemeinsam mit ihren Partnern sicherstellen, dass die demokratische Opposition notwendige Waffen erhalte, um gegen die militärische Übermacht von Machthaber Bashar al-Assad vorzugehen.
Die Rebellen müssten «die Waffen bekommen, die sie brauchen», um die Assad-Truppen zu besiegen, sagte er vor dem Virginia Military Institute in Lexington. Allerdings forderte Romney nicht, dass die USA selbst Waffen liefern sollten.
An diesem Donnerstag (11.10.) findet die einzige Debatte der Bewerber für das Amt des Vize-Präsidenten, Joe Biden (Demokraten) und Paul Ryan (Republikaner), statt. Das zweite von insgesamt drei Rededuellen zwischen Obama und Romney ist für den kommenden Dienstag (16.10.) geplant. (basn;pet;solb, dpa)
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