US-Wähler sehen Obama als Sieger
Präsident Obama hat laut Beobachtern einen Sieg davongetragen - ob er ihm bei der Wahl in zwei Wochen nützt? (Reuters)
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- Freitag, 9.11.2012: Romney-Lager räumt Niederlage in Florida ein
- Donnerstag, 8.11.2012: Obama geht nach Wiederwahl zurück an die Arbeit
- Mittwoch, 7.11.2012: US-Börsen deutlich schwächer
- Mittwoch, 7.11.2012: US-Kongress: Blockade bleibt bestehen
- Mittwoch, 7.11.2012: Obama bekommt zweite Chance
Auch zwei Wochen vor der Wahl zum US-Präsidenten bleibt es spannend: In der nicht repräsentativen Umfrage von CNN/ORC sagten 48 Prozent der befragten Wähler, der Amtsinhaber habe die TV-Debatte gewonnen.
40 Prozent sahen unmittelbar nach Ende der Debatte Mitt Romney vorn. Laut einer Erhebung von CBS News siegte Obama noch deutlicher: Der demokratische Amtsinhaber gewann demnach bei der Debatte mit 53 zu 23 Prozent gegen seinen republikanischen Gegner.
Debatte als Wahlentscheid?
Laut CNN zeigten sich die Zuschauer geteilter Meinung, ob die Debatte ihre Wahlentscheidung beeinflussen wird. Thema des TV-Duells in Florida war die Aussenpolitik, die im Vergleich zur Wirtschaftslage im Wahlkampf eher von zweitrangiger Bedeutung ist.
Keiner der Kandidaten leistete sich einen groben Patzer. Unklar blieb damit, wie gross der Einfluss der Debatte auf die Abstimmung in zwei Wochen sein wird. In den jüngsten landesweiten Umfragen lagen Obama und Romney faktisch gleichauf.
Die erste Fernsehdebatte hatte Romney nach Einschätzung der Zuschauer deutlich für sich entschieden, die zweite Debatte ging an Obama.
Obama souveräner
Ein energischer Präsident Barack Obama hat den republikanischen Herausforderer Mitt Romney in die Defensive gedrängt. «Der grosse Patzer ist Romney zwar nicht passiert, trotzdem hat Obama souveräner gewirkt», sagt Politikberater Louis Perron. «Doch manchmal bekam man als Zuschauer das Gefühl, dass Romney die Sätze aus seinem Skript ausgegangen sind.»
Beide Kontrahenten waren während dem Gespräch immer wieder zum US-Haushalt abgedriftet. Unter dem Strich findet auch SF-Korrespondent Arthur Honegger: «Obama konnte mit seiner Botschaft zur Aussenpolitik besser punkten». Doch eine Vision in der Aussenpolitik aufzuzeigen sei schwierig, denn oft müsse man reagieren, so Honegger.
Obama und sein Herausforderer sind während des Duells bemüht, während der Debatte ihr politisches Profil zu schärfen. «Mich anzugreifen ist keine aussenpolitische Strategie», sagt Romney zu Obama. Obama wirft seinem Herausforderer vor, sich ständig zu widersprechen.
Trotzdem: keine grossen Unterschiede
«Obama war konkreter und angriffiger, aber nicht so agressiv, wie in der zweiten Debatte. Er hat sich sichtlich wohl gefühlt in seiner Präsidenten-Rolle», kommentiert der Korrespondent von Schweizer Radio DRS, Max Akermann. Trotzdem bleibt das Rennen spannend. Denn grosse Unterschiede habe es nicht gegeben.
Mitt Romney war während der Debatte auffallend oft Obamas Meinung. Der US-Präsident betonte deshalb, dass er bei vielen aussenpolitische Themen keine anderen Rezepte habe, wie er selbst, so Akermann.
Kopf-an-Kopf-Rennen
Doch nicht alle sind einhellig begeistert. «Wo bleibt die Klimaerwärmung bei dieser Debatte? Der Klimawandel ist ein wichtiges aussenpolitisches Thema», sagt der frühere demokratische Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore nach dem Duell. «Drei Debatten, keine Vision», beurteilt Reince Pribus, Vorsitzender der Republikanischen Partei, lapidar die Leistung Obamas.
Die amerikanischen Medien stehen jedoch bei diesem Duell grösstenteils auf der Seite des US-Präsidenten. CNN urteilt: Obama erzielt einen soliden Sieg in der letzten Debatte – nur 15 Tage vor dem Wahltag. Da mahnt die «New York Times», dass nun gerade die Situation eingetreten sei, die Obama eigentlich vermeiden wollte: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit einem Herausforderer, der in den entscheidenden Momenten an Boden gewinnt. (basn, sda/afp/dpa/reuters/sf)
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