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  • Die USA haben gewählt:

Das komplexe System der Vorwahlen

Die US-Vorwahlen sind eine ganz besondere Form der basisdemokratischen Kandidatenkür. Da Amtsinhaber Barack Obama für die Demokraten erneut antritt, durchlaufen im Wahljahr 2012 nur die republikanischen Bewerber das komplizierte Abstimmungsverfahren.
Power to the People: Geschichte der US-Vorwahlen

Die US-Verfassung kennt keine Regeln, wie ein Präsidentschaftskandidat nominiert werden soll. Als sie im späten 18. Jahrhundert geschrieben wurde, gab es nicht einmal Parteien.  Mehr

Anders als in der Schweiz bestimmt in den USA nicht die Parteispitze, sondern die Basis den Kandidaten für die Präsidentenwahl. Die Bewerber müssen sich in allen 50 Bundesstaaten dem Votum der Wähler stellen. Dabei ist das Verfahren von Staat zu Staat verschieden. Grundsätzlich werden zwei Verfahren unterschieden: Der Caucus (Urwahl) und die Primary (Vorwahl).

Öffentlich oder geheim
Bei der Urwahl (Caucus) treffen sich die Parteimitglieder in kleinen Gruppen in öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Kirchen oder Restaurants. Dort debattieren sie über die Kandidaten und stimmen dann entweder schriftlich oder offen ab. Das Verfahren ist sehr zeitaufwändig und gibt örtlichen Parteiführern einen grossen Einfluss.

In den meisten Bundesstaaten finden deshalb Primaries statt. Die Wähler gehen dabei in ein Wahllokal und stimmen anonym für ihren Kandidaten. Bei den geschlossenen Vorwahlen dürfen nur registrierte Parteimitglieder eine Stimme abgeben, bei offenen Vorwahlen jeder Wähler.

Startschuss in Iowa
Auf mehr als 1500 Wählerversammlungen bestimmen so die Konservativen ihren parteiinternen Favoriten. Nach dem Start in Iowa folgen Vorwahlen in anderen Bundesstaaten in dichtem Takt, ehe am 6. März in mehr als zehn Bundesstaaten gleichzeitig abgestimmt wird.

Bei diesem so genannten Super-Dienstag kristallisiert sich oft ein klarer Favorit heraus. Bis Ende Juni treffen die restlichen Staaten ihre Entscheidung, und die Mehrheitsverhältnisse stehen fest.

Bundesparteitag nur noch Formsache
Der Bundesparteitag der Republikaner in Tampa, Florida, ist deshalb nur noch reine Formsache. Dorthin werden aus den Bundesstaaten Delegierte entsandt, um den Kandidaten zu küren. Die Zahl der Vertreter, die jeder Staat zu der so genannten Convention entsenden darf, wird durch eine komplizierte Formel festgelegt und hängt vor allem von seiner Bevölkerungsstärke ab.

Die meisten Delegierten sind in ihrem Abstimmungsverhalten an die Vorwahlergebnisse aus ihrem Heimatstaat gebunden. Einige Teilnehmer, so genannte Superdelegierte, wie Gouverneure oder Parteifunktionäre, die kraft ihres Amtes bei der Convention vertreten sind, haben bei ihrer Entscheidung aber freie Hand. (fors;daua, dpa/reuters/sda/afp)

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