BKW vor grossen Entscheidungen
- Dienstag, 14.8.2012: BKW verlangt Verlängerung für AKW Mühleberg
- Dienstag, 14.8.2012: BKW musste Reaktorbehälter untersuchen
- Donnerstag, 9.8.2012: Uvek wegen Mühleberg erneut gerügt
- Dienstag, 29.5.2012: BKW-Beschwerde ohne aufschiebende Wirkung
- Donnerstag, 22.3.2012: Auch Uvek zieht Mühleberg-Urteil weiter
- Freitag, 9.3.2012: «Ein sehr überzeugendes, unpolitisches Urteil»
- Mittwoch, 7.3.2012: AKW Mühleberg droht Mitte 2013 das Aus
Von Wirtschaftsredaktorin Priscilla Imboden
Das AKW Mühleberg muss aufgerüstet werden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Das steht seit dem Atomunfall in Japan endgültig fest. Bleibt es beim Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts, so heisst das aber für die BKW: Die Zeit drängt.
«Was neu ist, ist diese zeitliche Beschränkung», sagt Sven Bucher, Analyst der Zürcher Kantonalbank. Die anfallenden Arbeiten seien aber sicher schon Bestandteil der laufenden Überprüfung.
So erwähnen die Richter in ihrem Entscheid die gleichen Punkte, die das eidgenössische Nuklearsicherheits-Inspektorat Ensi bereits im Fokus hat. Der Kernmantel des Reaktors ist nicht sicher genug, es braucht eine aareunabhängige Kühlung, die Erdbeben-Sicherheit muss verbessert werden.
Kosten der Aufrüstung
Welche Massnahmen es dazu braucht, steht noch nicht fest. Darüber soll das Ensi jedoch noch in diesem Jahr befinden. Die BKW wird danach einschätzen müssen, wie viel die Aufrüstung Mühlebergs kostet. Und ob es sich noch lohnt, Millionen von Franken in das alte Werk zu stecken.
Die BKW hat damit gerechnet, Mühleberg 50 Jahre lang zu betreiben, das heisst bis zum Jahr 2022. Nach dem Gerichtsentscheid, die unbefristete Betriebsbewilligung zu entziehen, kommt dieser Zeitplan ins Wanken.
Unsichere Zuganker
Der heikelste, weil teuerste Faktor ist der Kernmantel um den Reaktor. Der Betonmantel hat Risse, die mit Zugankern befestigt sind. Ein Gutachten der deutschen Firma TÜV-Nord kam aber zum Schluss, dass diese Zuganker nicht sicher sind. Auch das Ensi erachtet die Lösung als nicht ausreichend für den langfristigen Betrieb des Atomkraftwerks.
Im Extremfall müsste der gesamte Kernmantel des Reaktors ersetzt werden. Das würde laut Angaben des Berner Regierungsrates 400 bis 500 Millionen Franken kosten. Für den Bau müsste das Kernkraftwerk vier bis fünf Jahre abgestellt werden. Ob sich das rechnen würde, ist äusserst fraglich: Mühleberg hätte danach nur noch rund fünf Jahre Laufzeit übrig.
Rekurs noch offen
Ob die BKW den Entscheid des Gerichts akzeptiert ist indes noch nicht sicher. Der Energiekonzern habe über einen allfälligen Rekurs noch nicht entschieden, erklärte BKW-Verwaltungspräsident Urs Gasche. Die BKW habe das Urteil einer ersten Lesung unterzogen und dabei einige Unklarheiten festgestellt. Weitere Abklärungen seien nötig.
Bereits jetzt könne er festhalten, dass die BKW auch im Fall eines Rekurses ein Instandhaltungskonzept ausarbeiten werde, sagte Gasche. Ein solches forderte das Bundesverwaltungsgericht. (fors;bru, sda)
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