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  • Abstimmung 11. März 2012
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Sonntag, 11.3.2012

Keine Chance für Ferien-Initiative

Die Schweizer gönnen sich nicht mehr Ferien. Sie haben die Volksinitiative für sechs Wochen Ferien deutlich abgelehnt. Die Bürgerlichen und Arbeitgeber feiern das Nein als «weitsichtigen» Entscheid. Die Gewerkschaften zeigen sich enttäuscht.

Die Initiative will mehr Ferien für alle. (Archiv Keystone)

Abfuhr für die Ferien-Initiative

Sechs Wochen Ferien für alle - auf den ersten Blick scheint das attraktiv. Auf den zweiten finden das aber zwei Drittel der Stimmenden wenig sinnvoll. Sie erteilten der Ferieninitiative der Gewerkschaften eine deutliche Abfuhr.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Sonntag, 11.3.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

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Arbeitnehmende haben weiterhin nur das Recht auf vier Wochen Ferien. Der Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse wollte das gesetzliche Minimum auf sechs Wochen erhöhen, erlitt mit dieser Forderung nun aber Schiffbruch. Nur 772'000 Personen sagten Ja. 66,5 Prozent der Stimmenden sagten Nein. In keinem einzigen Kanton resultierte ein Ja.

Am meisten Zustimmung erhielt die Initiative in der Westschweiz. Abgelehnt wurde sie allerdings auch dort. Am knappsten war die Ablehnung im Kanton Jura mit rund 51 Prozent Nein. Auch in den Kantonen Genf, Waadt, Neuenburg und Tessin sagten weniger als 60 Prozent der Stimmenden Nein.

In allen anderen Kantonen lag der Nein-Stimmen-Anteil über 60 Prozent. Am deutlichsten verworfen wurde die Initiative im Kanton Appenzell Innerrhoden mit 82 Prozent Nein. In den Kantonen Nidwalden, Obwalden und Schwyz sprachen sich jeweils beinahe 80 Prozent der Stimmenden gegen mehr Ferien aus.

Thema platziert
Für mehr Ferien gekämpft hatten neben den Gewerkschaften die linken Parteien. Sie führten die gestiegene Belastung am Arbeitsplatz ins Feld, die auch zu hohen Gesundheitskosten führe. Zudem sei die Schweiz bei den Wochenarbeitsstunden international Spitzenreiterin.

Travail-Suisse-Präsident Martin Flügel zeigte sich zwar enttäuscht, aber «stolz darauf, die Frage nach der Überbelastung am Arbeitsplatz thematisiert zu haben». Niemand habe geleugnet, dass dieser Stress existiere - sowohl der Bundesrat wie auch die Arbeitgeber hätten dies anerkannt.

Steigende Arbeitskosten
Die bürgerlichen Parteien und die Wirtschaft stellten sich gegen die Initiative. Sie monierten, die Annahme würde die bereits hohen Arbeitskosten weiter in die Höhe treiben, was der Wettbewerbsfähigkeit schade.

Das Resultat wurde mit Erleichterung aufgenommen. Laut dem überparteilichen Komitee «Ferieninitiative Nein» hätten die Stimmbürger «Weitsicht» gezeigt und sich vom «verführerischen Titel» der Initiative nicht verleiten lassen.

Der Entscheid bewahre die «Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Schweiz» und sichere Arbeitsplätze. Zudem lasse das Nein in Zukunft «Spielraum für flexible und branchengerechte Lösungen im Rahmen der Sozialparnertschaft».

Ältere gegen mehr Ferien
Schon in der Vergangenheit hatten es Volksinitiativen für mehr Ferien oder weniger Arbeitszeit schwer. Angenommen wurde nur gerade die Initiative für einen arbeitsfreien 1. August. Zum Nein beigetragen haben dürften die ältere Bevölkerung. Eine von Travail-Suisse in Auftrag gegebene Umfrage im Vorfeld der Abstimmung hatte ergeben, dass sich vor allem die Pensionierten gegen mehr Ferien stellten. (fors, sda)

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Flügel: «Die Probleme bleiben auf dem Tisch»

Der Gewerkschaftsdachverband TravailSuisse zeigt sich enttäuscht über den Ausgang der Ferien-Initiative. «Das Nein ist keine Lösung», sagt Präsident Martin Flügel. Die hohe Arbeitsbelastung bleibe erhalten. Werner Lugingbühl von der BDP ist hingegen zufrieden. «Die Arbeitnehmer wissen, dass wir in der Schweiz schon hohe Arbeitskosten haben.» Die Abstimmung stimme ihn glücklich.

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