Hollande gewinnt offiziell die erste Wahlrunde
Sieger Hollande tritt am 6. Mai in der Stichwahl gegen den amtierenden Präsidenten Sarkozy an. (Keystone)
In Paris hat die Börse negativ auf die erste Runde der Präsidentenwahl reagiert: Der französische Leitindex «CAC-quarante» verlor bis am Mittag zeitweise 1,9 Prozent. Händler machten den möglichen Wahlsieg von François Hollande dafür verantwortlich.
Auch der deutsche Aktienmarkt hat deutliche Verluste verzeichnet. Nach einer schwachen Eröffnung sackte der Dax weiter ab und verlor gegen Mittag 2,73 Prozent auf 6566 Punkte.
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Es ist das erste Mal, dass ein amtierender Präsident die erste Runde verliert. Für Sarkozy ist dieses Resultat, verglichen mit der Wahl vor fünf Jahren, eine Enttäuschung. Er hat damals im ersten Wahlgang über 31 Prozent der Stimmen auf sich vereint und damit den Grundstein für seinen Sieg in der Stichwahl gelegt. Sarkozy hat damals Ségolène Royal besiegt.
Für die Sozialisten hingegen ist dies das beste Resultat seit François Mitterrand die Präsidentschaft zweimal gewann. Trotzdem blieb Hollande, als er am späten Sonntagabend vor seine Wählerinnen und Wähler trat, ruhig und spornte sein Team dazu an, weiterzukämpfen. Zudem umwarb er die Anhänger jener Kandidaten, die ausschieden.
Nicht in die Stichwahl kamen die Kandidatin des Front National, Marine Le Pen (rund 18 Prozent), der Kandidat der Linksfront, Jean-Luc Mélenchon (rund 11 Prozent) und der Zentrist François Bayrou (rund 9 Prozent). Das teilt das Innenministerium in Paris mit.
Historisches Resultat für Marine Le Pen
Marine Le Pen konnte sich zwar nicht für die Stichwahl qualifizieren, hat aber ein sehr gutes Resultat erzielt. Sie erreichte ein besseres Ergebnis als ihr Vater Jean-Marie Le Pen im Jahr 2002, als dieser den Kandidaten der Sozialisten, Lionel Jospin, aus dem Rennen warf.
Im Wahlkampf hat Marine Le Pen sowohl Hollande als auch Sarkozy hart kritisiert. Ob sie nun für den zweiten Wahlkampf eine Empfehlung abgibt, bleibt unklar.
Mélenchon für Hollande
Dagegen hat sich der Kandidat der Linksfront, Mélenchon, am Wahlabend erneut gegen Sarkozy und damit für Hollande ausgeprochen. Offen ist, ob der Zentrist Bayrou eine Wahlempfehlung für den zweiten Wahlgang abgibt. Die rund 9 Prozent Wählerinnen und Wähler Bayrous, die der politischen Mitte zuzurechnen sind, werden im zweiten Wahlgang ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.
Die Wahlbeteiligung war sehr hoch und lag bei rund 80 Prozent, deutlich höher als vor fünf Jahren. (batf;basn)
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