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Dienstag, 1.5.2012

Sarkozy kämpft - rote Karte von Le Pen

Wenige Tage vor der Stichwahl kämpft der zurückliegende Staatschef Nicolas Sarkozy um jede Stimme. An einer Massenkundgebung beim Eiffelturm rief er zu Geschlossenheit auf. Marine Le Pen bekräftigte, dass Sarkozy für den Front National nicht wählbar ist.

Staatschef Nicolas Sarkozy wirbt an Massenkundgebung in Paris um unentschiedene Wechselwähler. (Reuters)

Vor der Entscheidung: In Frankreich mobilisieren alle Lager

Beitrag aus Echo der Zeit vom Dienstag, 1.5.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

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Beitrag aus Echo der Zeit vom Dienstag, 1.5.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

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Präsident Nicolas Sarkozy hat am Tag der Arbeit versucht, noch unentschiedene Wähler zu mobilisieren. Fünf Tage vor der entscheidenden Stichwahl gegen den favorisierten François Hollande warb er in erster Linie um Stimmen aus dem rechten Lager.

Während im ganzen Land Zehntausende von Menschen bei Gewerkschaftsversammlungen für sozialen Zusammenhalt und Beschäftigung demonstrierten, appellierte Sarkozy bereits am Vormittag an nationale Werte. Zugleich klagte er über zu viele Ausländer in Frankreich. «Unser Integrationsmodell funktioniert nicht. Warum? Weil noch vor der Integration der bereits auf unserem Territorium empfangenen Ausländer andere eintreffen,» sagte er in einem Interview des TV-Nachrichtensenders BFM.

Bei einer Massenkundgebung am Nachmittag beim Eiffelturm rief Sarkozy unter Berufung auf traditionelle Werte und historische Führungspersönlichkeiten zur Geschlossenheit auf. An die Gewerkschaften gerichtet sagte er: «Legt die rote Fahne nieder und dient Frankreich. Eure Rolle ist nicht die Verteidigung einer Ideologie, sondern der Arbeiter.»

Le Pen: «Ich werde am Sonntag kein Kreuz machen»
Die Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, verweigerte ihm allerdings die Unterstützung: Sarkozy habe die nationale Souveränität aufgegeben, die Interessen der Banken verteidigt und die Immigration explodieren lassen, sagte sie bei einer Kundgebung vor der Pariser Oper. «Ein solcher Präsident kann nicht der Präsident des Volkes werden», rief sie vor mehreren tausend Anhängern.

An die Adresse ihrer Anhänger betonte sie: «Unser historischer Kampf fängt erst an!» Sie sollten selber frei entscheiden, wem sie ihre Stimme gäben, meinte Le Pen: «Ich werde Sonntag kein Kreuz auf dem Stimmzettel machen.» Für die im Juni anstehende Parlamentswahl rief sie zur massiven Stimmabgabe für den Front National auf. Das Parlament bleibe der einzige Freiraum gegen die überbordende EU-Bürokratie.

Hollande in Nevers
Auch Sarkozys sozialistischer Herausforderer François Hollande warb um die Stimmen der Wähler. Mehrere prominente Arbeitnehmervertreter, darunter der CGT-Chef Bernard Thibault, kündigten bereits ihre Unterstützung für Hollande an. Hollande selbst legte zunächst in Nevers am Grab des früheren Regierungschefs Pierre Beregovoy (1925-1993) einen Kranz nieder, ehe er sich an Kundgebungen beteiligte.

Vor Journalisten sagte Hollande, dass seine Vorschläge zur Anregung des Wirtschaftswachstums bereits zum Nachdenken in mehreren europäischen Hauptstädten geführt hätten. Er hatte im Wahlkampf bereits mehrfach angekündigt, er wolle nach einem Wahlerfolg den Fiskalpakt neu verhandeln. Eine Neuverhandlung des Fiskalpaktes zugunsten eines Wachstumspaktes würde «in guter Harmonie mit den Partnern» stattfinden, sagte er am Dienstag. (bru;basn, dpa)

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