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Montag, 7.5.2012

Journalistin löst Model als «Première Dame» ab

Sie gilt als elegant, diskret und willensstark: Die Journalistin Valérie Trierweiler wird Frankreichs nächste «Première Dame». Diese Rolle behagt der Partnerin des Sozialisten Hollande noch nicht.

Valérie Trierweiler ist die neue «Première Dame». (Keystone)

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Deutschland und Frankreich proben den Schulterschluss - zumindest, wenn es um die Lebenspartnerinnen der Männer an der Spitze geht. In Berlin teilt Bundespräsident Joachim Gauck sein Lebensglück mit einer Journalistin, und auch in Paris zieht der sozialistische François Hollande mit einer Reporterin an der Seite in den Amtssitz des Präsidenten ein.

Valérie Trierweiler heisst die ebenso elegante wie selbstbewusste Frau, die die bisherige Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy (44) als «Première Dame» im Elyséepalast ablösen wird.

Knapp zwei Jahrzehnte beobachtete die brünette Frau mit dem charmanten Lächeln beruflich die Politik ihres Landes aus nächster Nähe. Nach dem Wahlsieg ihres François wechselt Trierweiler (47) nun die Seiten. «Was mir Angst macht, ist meine Freiheit zu verlieren», gestand Trierweiler in einem Interview.

Trierweiler will arbeiten
Der Medien-Profi, dessen Nachrichten bei Twitter 32'000 Menschen abonniert haben, hatte sich im Wahlkampf aus der politischen Berichterstattung zunächst zurückgezogen. Trotz ihrer herausgehobenen gesellschaftlichen Stellung will die Mutter dreier Teenager-Söhne aber wieder arbeiten. «Es ist weder die Aufgabe von François noch des Staates, für sie aufzukommen», sagte sie jüngst in einem Interview.

Trierweiler hat geschafft, was Hollandes früherer Lebensgefährtin Ségolène Royal verwehrt blieb: der Einzug in den Elysée. Die ehrgeizige Spitzenpolitikerin Royal, mit der Hollande vier Kinder hat, war 2007 als Präsidentschaftskandidatin erfolglos gegen den nun unterlegenen Nicolas Sarkozy angetreten. Nach der Trennung hatte sie für ihren «Ex» kaum noch positive Worte übrig. In einem Interview spottete sie sogar, dass Hollande in 30 Jahren politischer Laufbahn bisher nichts geschafft habe.

Metamorphose dank Trierweiler
Trierweilers Einfluss wird die erfolgreiche Metamorphose Hollandes zugeschrieben, der sich nach seinem drastischen Abspecken völlig unvermittelt vom jovialen rundlichen «Caramel-Pudding» zum smarten, staatsmännisch auftretenden Politiker wandelte.

Ganz Frankreich hatte über sein neues, schlankes Äusseres gestaunt. Royal und die neue Frau an Hollandes Seite mieden sich im Wahlkampf so gut es ging. Royal fand zuletzt aber immerhin wieder positive Worte für Hollande.

Entscheid bei den Kindern
Im Interview mit dem Magazin «Femme actuelle» zeigte sich Trierweiler unmittelbar vor der Wahl versöhnlich. Mit Blick auf die Patchwork-Familie von Sarkozys damaliger Frau Cécilia meinte sie: «Cécilia zog mit ihrer Patchwork-Familie in den Elysée, und ich fand das normal, solange die Kinder einverstanden waren. Was uns betrifft, so haben wir noch nicht drüber gesprochen, das müssen sie (die insgesamt sieben Kinder) entscheiden. Doch ich habe das Gefühl, dass sie das eher nicht wollen.»

Der eventuelle Gang zum Standesamt ist für Hollande und Trierweiler keine Voraussetzung für den Einzug in den Elysée - eine Entscheidung unter öffentlichem Druck lehnen sie ab.

Getroffen hatten sich die beiden immer wieder mal - beruflich. Privat funkte es nach Medienberichten 2006 - es war eine heimliche Liaison abseits der Kameras und Mikrofone. Erst 2010 bezeichnete Hollande sie öffentlich als «Frau meines Lebens».

Schwieriger Seitenwechsel
Der Wechsel der Seiten fiel ihr im Wahlkampf sichtlich schwer. Präsenz, aber keine offenkundige Einmischung ist ihr Stil - und modische Eleganz. Nach dem Geschichts- und Politik-Studium an der Sorbonne führte sie der Weg in die Redaktion von «Paris Match», eines der grössten Wochenmagazine Frankreichs. In jenen Jahren lernte sie ihren zweiten Mann kennen, den Übersetzer Denis Trierweiler. Sie trägt auch nach ihrer Scheidung noch seinen Namen.

Valérie Trierweiler, geborene Massonneau, wuchs mit fünf Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen in Angers auf - sie ist in gewisser Weise das Anti-Modell zur mondänen Industriellen-Tochter Carla Bruni-Sarkozy. (basn, dpa)

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