Hollande: Sparplan von Peugeot «nicht akzeptabel»
Präsident François Hollande trifft zur Militärparade bei der Place de la Concorde ein. Im Hintergrund seine Lebensgefährtin Valérie Trierweiler.
Der französische Präsident François Hollande will eine Änderung des Sparplanes beim angeschlagenen französischen Autobauer PSA Peugeot-Citroën durchsetzen. «Dieser Plan ist nicht akzeptabel, er muss neu verhandelt werden», sagte Hollande am Samstag in einem Fernsehinterview anlässlich des französischen Nationalfeiertages.
Plan für die Autoindustrie angekündigt
Die Streichung von 8000 Stellen in Frankreich sei ein «Schock». Der Staat werde dies nicht zulassen. Der Präsident erinnerte daran, dass die neue sozialistische Regierung am 25. Juli einen Plan für die Automobilindustrie vorlegen werde.
Den Verkauf von in seinem Land hergestellten Autos will Hollande demnach mit staatlichen Anreizen ankurbeln. Ansonsten nannte er keine weitere Einzelheiten zum Plan, machte aber seine Ablehnung einer Neuauflage der Abwrackprämie deutlich.
Die Prämie habe den Steuerzahler viel Geld gekostet, dann aber seien neue Autos im Ausland gekauft worden. Jetzt solle der Plan «möglichst effektiv» sein und den Steuerzahler möglichst wenig kosten. Das Ziel sei, dass in Frankreich produzierte Autos gekauft würden, darunter etwa französische Hybridautos.
Schwere Vorwürfe an PSA-Management
Hart ging Hollande mit der Unternehmensleitung von PSA Peugeot-Citroën ins Gericht, der er «Lüge» vorhielt. Der Stellenstreichungsplan sei bereits seit 2011 klar gewesen, sei aber erst nach den Wahlen in Frankreich verkündet worden.
Er widersprach auch der Einschätzung von PSA-Chef Philippe Varin, der die hohen Arbeitskosten in Frankreich für die schwierige Lage des Konzerns mitverantwortlich gemacht hatte. Hollande erinnerte daran, dass das Unternehmen Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet habe, statt das Geld zu investieren.
Mit Trierweiler an der Parade zum Nationalfeiertag
Hollande nahm am Samstag zum ersten Mal als französischer Präsident und im Beisein seiner Lebensgefährtin Valérie Trierweiler die Militärparade zum Nationalfeiertag auf den Champs-Élysées ab.
Im TV-Interview gab Hollande sodann eine mit Spannung erwartete Stellungnahme zu den Differenzen zwischen Trierweiler, seinem Sohn Thomas sowie Hollandes ehemaliger Lebensgefährtin Ségolène Royal ab, welche auch Mutter seiner vier Kinder ist.
Er habe seine Lebenspartnerin Trierweiler und seine Familie gebeten, die Trennung zwischen privatem und öffentlichem Leben «penibel zu respektieren», sagte Hollande. «Ich glaube, dass private Angelegenheiten privat geklärt werden müssen», fügte der Präsident hinzu.
Twitter-Affäre
Trierweiler hatte vor der Wahl zur Nationalversammlung im Kurznachrichtendienst Twitter den Gegenkandidaten der sozialistischen Spitzenpolitikerin Royal (58) unterstützt und Hollande damit den ersten Skandal seiner Amtszeit beschert. Seit der Twitter-Affäre hatte Trierweiler sich bei öffentlichen Auftritten zurückgehalten. Am Samstag zeigte sich die Journalistin während der Parade zum Nationalfeiertag erstmals wieder an der Seite des Präsidenten in der Öffentlichkeit. (bru, sda/afp/dpa)
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