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  • Frankreich hat einen neuen Präsidenten gewählt:

Das System der Parrainages

Französische Präsidentschaftskandidaten brauchen politische «Paten» sogenannte Parrainages, um überhaupt zur Wahl antreten zu können. Deren 500 sollen es mindestens sein. Neugierig macht auch, wer nun welche Kandidatin oder welchen Kandidaten unterstützt. Denn die Unterschriften können eingesehen werden.

Französischer Präsident kann nur werden, wer volljährig, Franzose und im Besitze der bürgerlichen Rechte ist. Zur Wahl wird zugelassen, wer mindestens 500 sogenannte Parrainages vorweisen kann. «Parrainages» sind «politische Patenschaften», die von gewählten Volksvertretern abgegeben werden, also Angehörigen der Nationalversammlung und des Senats; Bürgermeistern und Gemeinderäte, Mitglieder der Regional- und Generalräte.

Die «Paten» müssen aus 30 verschiedenen Departementen kommen. Damit sollen rein regional ausgerichtete Kandidaten ausgeschlossen werden. Mit dem System der Parrainages wollten die Väter der fünften Republik die Zahl der Kandidaten limitieren.

System mit Tücken
Das System hat seine Tücken. Wegen des Majorzwahlsystems sind die kleinen Parteien bei der Bestellung von politischen Ämtern generell benachteiligt. Es ist für sie schwieriger, die nötigen politischen Paten zu finden.

Weil zudem jedermann einsehen kann, wer für welchen Kandidaten «Pate» steht, ist es für Parteien mit umstrittenen Programmen wie dem rechtsextremen Front National (FN) noch schwieriger, die notwendigen Patenschaften zusammenzubringen. Der FN hat deshalb versucht, die Namen der Parrainages geheim halten zu lassen, was vom Verfassungsrat am 21.2.2012 aber abgelehnt wurde.

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