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Donnerstag, 15.3.2012

Angehörige zu spät informiert?

Nach dem Busunglück im Wallis wird Kritik laut: Hätten die Angehörigen nicht schneller informiert werden müssen? Die Walliser Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten und Vorsteherin des Departements für Sicherheit nimmt Stellung gegenüber Schweizer Radio DRS.

Esther Waeber-Kalbermatten. (Keystone/Archiv)

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Von Philippe Chappuis, DRS 4 News-Redaktor

Frau Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten: Sie haben gestern mit Elio di Rupo getroffen. Was haben Sie dem belgischen Premier gesagt?
Ich habe vor allem im Namen der Walliser Regierung mein Beileid ausgedrückt. Für ihn, sein Land, die betroffenen Familien in Belgien. Es waren aber auch der belgische Botschafter und die holländische Botschafterin anwesend. Es sind ja auch Kinder und Familien aus Holland betroffen. Wir haben wirklich unser tiefstes Mittragen, Mitfühlen und Mitleiden mit diesen Familien ausgedrückt.

Es gab teilweise Kritik aus Belgien, die Angehörigen seien erst sechs Stunden nach dem Unfall informiert worden. Warum war das so?
Der Unfall ereignete sich gegen 21.15 Uhr. Bis man wusste, um was es ging, war eine Zeit verstrichen. Zudem waren alle sechs Erwachsenen, die im Car mitfuhren, tot. Es war also schwierig, zu informieren. Als erstes nahmen wir mit dem belgischen Botschafter in der Schweiz Kontakt auf. Dieser informierte seinen Aussenminister. Das ganze spielte sich in der Nacht ab. Zudem waren ja drei Busse unterwegs und die Polizei hatte nur eine Gesamtliste der Teilnehmer. Man wusste also gar nicht, welche Eltern dann informiert werden sollten. Das wusste man erst im Laufe des Morgens.

Was passiert nun mit den Angehörigen?
Die Angehörigen wurden am Mittwoch von der belgischen Armee in einem Flugzeug in die Schweiz nach Genf geflogen. Sie wurden dann in Hotels gebracht. Die Angehörigen mit verletzten Kindern konnten diese besuchen. Die andern wurden betreut. Sowohl von Teams von hier als auch von Careteams, die direkt von Belgien mitgekommen sind. Sie können heute so gut es geht wieder zurückgehen. Ein Flugzeug wird mit den Angehörigen zurückfliegen und eines mit den Leichnamen.

Noch ein paar Worte zu den einheimischen Hilfskräften. Es war ja zu hören, so ein Unglück hätten diese noch nie erlebt. Brauchen die Hilfskräfte ebenfalls eine Art von Begleitung oder Betreuung?
Ja. Es wurden sofort die einheimischen Careteams aufgeboten; zusätzlich bot der Kommandat das Careteam der Lausanner Polizei auf. Die Kinder wurden in den Spitälern direkt von Psychologen betreut. (basn; fors)

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