Untersuchung konzentriert sich auf jungen Chauffeur
Im März verunfallte ein Car im Wallis. Die Trauer war enorm. (Archiv Keystone)
Nun liegen die ersten Gutachten zum Busunglück vor. Die Untersuchungen zeigen: Der Bus war nicht zu schnell unterwegs. Er fuhr mit 99 bis 101 Stundenkilometer. Die erlaubte Geschwindigkeit im Tunnel beträgt 100 km/h. Das Fahrzeug wies keinen Defekt auf. Auch die Fahrbahn und die Infrastruktur des Tunnels sollen einwandfrei gewesen sein. Die Walliser Untersuchungsbehörden schliessen eine technische Ursache für den Unfall aus.
Erst kurz vor dem Unfall das Steuer übernommen
Die weiteren Untersuchungen konzentrieren sich nun auf den Lenker des Unfallcars. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, hat der 34jährige Chauffeur zwei Minuten vor dem Unfall seinen Kollegen am Steuer abgelöst, bei einem kurzen Halt. Nachdem der neue Fahrer gut zwei Kilometer zurückgelegt hatte, ereignete sich das Unglück.
Im Tunnel fuhr der Reisecar etwa 75 Meter vor dem Kollisionspunkt auf die rechte Bordsteinkante. Weniger als drei Sekunden später prallte der Car in die Querwand einer Rettungsnische.
Die Walliser Staatsanwaltschaft schliesst zum jetzigen Zeitpunkt aus, dass der Lenker unter Alkoholeinfluss stand. Ebenso ausgeschlossen werden Einwirkung eines Dritten oder Interaktion mit einem Drittfahrzeug.
Untersuchungen gehen weiter
Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Der Walliser Oberstaatsanwalt geht davon aus, dass man vermutlich erst in drei bis sechs Monaten abschliessend informieren kann. Ob man die genaue Unfallursache je herausfinden kann, ist unklar.
Das schwerste Unglück auf Schweizer Strassen
Das Busunglück im Wallis mit 28 Toten ist eines der schwersten in der Schweizer Geschichte. Nur beim Zusammenstoss eines Cars mit einem Zug 1982 in Pfäffikon waren mehr Menschen ums Leben gekommen.
Zur Erinnerung: Am 13. März prallt ein belgischer Reisecar bei Siders (VS) frontal in eine Tunnelwand. 22 Kinder und 6 Erwachsene sterben. 24 Kinder sind verletzt, zum Teil schwer. Die Familien hatten ihre 12Jährigen schon zuhause erwartet.
Die Eltern stellen die Frage nach dem Warum. Schnell werden Vorwürfe laut. Die Behörden hätten die Eltern nicht rasch genug informiert, die Wände in den Nothaltenischen hätten abgeschrägt gebaut werden müssen, hiess es. Die Verantwortlichen weisen die Kritik umgehend zurück. (liec/haee, sf)
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