Total hat Gasleck lokalisiert
Total hat das Leck bei der Plattform gefunden. (Keystone)
Im Kampf gegen das Gasleck an einer Förderplattform in der Nordsee ist Total einen entscheidenden Schritt vorangekommen. «Wir kennen jetzt das Problem», sagte ein Total-Sprecher. Das Leck liege 25 Meter über der Wasseroberfläche. Das Gas trete in die Luft aus und lege sich zum Teil als Kondensat auf der Meeresoberfläche ab.
Zur Lösung komme weiterhin eine Entlastungsbohrung oder das Verpressen des Bohrloches mit Schlamm in Betracht. «Wir verfolgen diese Optionen weiter parallel», sagte der Sprecher.
Günstige Wetterbedingungen
Die Plattform bleibt weiter für Menschen gesperrt. Wegen einer weiter brennenden Flamme, mit der überschüssiges Gas in den Rohrsystemen abgefackelt wird, herrschte nach wie vor Explosionsgefahr.
Jedoch hat Total dank des günstigen Wetters Zeit gewonnen. Die Meteorologen sagen für die nächsten Tage stabile Windbedingungen voraus. Somit ist das Risiko, dass sich die Gaswolke an einer hoch über der Plattform «Elgin» lodernden Gasflamme entzünden kann, nach Meinung von Experten überschaubar.
Gegenwärtig treibt der Wind das Gas in östliche Richtung von der Plattform weg. Das Abfackeln von Gas sei Teil der Sicherheitsstrategie und habe sich absolut bewährt, sagte eine Total-Sprecherin.
Zwei Feuerwehrschiffe
Total wies darauf hin, dass selbst im Falle einer Explosion und einer totalen Zerstörung der Plattform keine weiteren Lecks entstehen würden. Vorsichtshalber seien zwei Feuerwehrschiffe zum Löschen in Stellung gebracht worden. Neben einem Überwachungsschiff mit Unterseetechnik sind dies die einzigen Schiffe, die in die Zwei-Meilen-Sperrzone gelassen werden.
Die über der Plattform lodernde Flamme werde in den nächsten Tagen vermutlich von selbst ausgehen, sobald nicht mehr genügend Gas in den Rohren ist, um sie zu speisen, sagte eine Total-Sprecherin. Alternativ werde nach Wegen gesucht, sie zu löschen, sollte sie länger brennen.
Geringere Auswirkungen
Die Auswirkungen für die Umwelt könnten geringer sein, als zunächst befürchtet. Die bisher beobachteten Umweltauswirkungen seien minimal, sagte der schottische Ministerpräsident Alex Salmond im Parlament in Edinburgh. Dennoch dürfe das Problem nicht heruntergespielt werden.
Die Umweltorganisation Greenpeace und der walisische Biologe Christoph Gertler wiesen auf die klimaschädigende Wirkung von austretendem Gas aus. Diese sei ungefähr 20 mal grösser als beim Klimakiller Kohlendioxid. (fors, sda/dpa/reuters)
Mehr zum Stichwort:
