«Mehr Schutz, mehr Lohn, mehr Rente»
Wie im letzten Jahr, werden wohl auch 2012 die roten Fahnen der Gewerkschaften die Kundgebungen dominieren. (Keystone)
Wie jedes Jahr gehen auch am heutigen 1. Mai Gewerkschaften und linke Parteien für die Anliegen der Arbeitnehmer auf die Strasse. Die SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga tritt am Nachmittag in Bern ans Rednerpult, SP-Bundesrat Alain Berset in Fleurier im Kanton Neuenburg.
In der Schweiz finden heute insgesamt über fünfzig Veranstaltungen zum Tag der Arbeit statt. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) rief diesmal unter dem Motto «Mehr Schutz, mehr Lohn, mehr Rente» zu Kundgebungen auf. Angeprangert werden insbesondere die sich immer weiter öffnende Lohnschere sowie die Absicht der bürgerlichen Parteien, die Renten zu kürzen.
Besuch aus Ägypten
Der St. Galler SP-Ständerat und SGB-Präsident Paul Rechsteiner ist Redner an der grössten 1.-Mai-Kundgebung in Zürich. Dort tritt auch Kamal Abbas von der freien ägyptischen Gewerkschaftsbewegung auf. Er ist gemäss dem Zürcher 1.-Mai-Komitee eine der Schlüsselpersonen der ägyptischen Revolution.
Zürich toleriert keine Nachdemos
Mit den sogenannten Nachdemos machte die Stadt Zürich im vergangenen Jahr kurzen Prozess. Die Polizei nahm mehrere hundert Demonstranten vorübergehend fest und kontrollierte zahlreiche Personen. In diesem Jahr verfolgt die Polizei die gleiche Strategie. Sie erhielt von der Stadtregierung den Auftrag, keine Ausschreitungen zu tolerieren.
Bratwürste statt Kampfparolen
Wegen der Ausschreitungen in Zürich oder auch in anderen europäischen Städten wurde der 1. Mai in den letzten Jahren vor allem mit Tränengas, Gummischrot und Vermummten in Verbindung gebracht. Kleinere Feiern verzichten deshalb auf die Begriffe «Demonstration» oder «Kundgebung» auf ihren Einladungen. Vielerorts wird der 1. Mai seit Jahren bei Grillplausch und Musik gefeiert. (luek;basn, sda)
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