Facebook will Maximum herausholen
Spannung vor dem Facebook-Börsengang. (Keystone)
- Donnerstag, 24.5.2012: Facebook erwägt Börsenwechsel
- Mittwoch, 23.5.2012: Facebook-Euphorie an der Börse verflogen
- Dienstag, 22.5.2012: Facebook-Aktie fällt tief
- Freitag, 18.5.2012: Facebook-Börsendebüt mit Nasdaq-Panne
- Freitag, 18.5.2012: Fragen und Antworten zu Facebooks Börsendebüt
- Freitag, 18.5.2012: Vom Studentenwohnheim zum Milliarden-Konzern
- Freitag, 18.5.2012: Facebook-Fieber an der Börse
- Donnerstag, 2.2.2012: Hintergrund: Wer vom Facebook-Börsengang profitiert
Fast jeder Investor träumt davon, mit einer Geldanlage im Silicon Valley reich zu werden. Bei Facebook ist dies vor allem den Gründern und einigen Geldgebern gelungen, die schon früh in das soziale Netzwerk einstiegen. Mehr
Facebook will das Maximum aus dem Börsengang herausholen. Wegen der starken Nachfrage bietet das weltgrösste soziale Netzwerk ein Viertel mehr Aktien an als bislang geplant. Damit könnte die Erstemission der Superlative am Freitag in die Top Ten der grössten Börsengänge vorstossen.
Mehr und teurere Aktien
Die Entscheidung des 28-jährigen Facebook-Gründers und Firmenchefs Mark Zuckerberg folgt kurz auf die Anhebung der Preisforderung. Die Aktien werden in einer Spanne von je 34 bis 38 Dollar angeboten statt der zuvor vorgesehenen 28 bis 35 Dollar. An die Anleger gebracht werden sollen nun rund 421 Millionen Aktien, das sind 84 Millionen mehr als bislang angestrebt, wie Facebook in einer Mitteilung an die Börsenaufsicht erklärte.
Erlös von bis zu 18,4 Milliarden Dollar
Unter den Technologieunternehmen steht Facebook für den mit Abstand grössten Börsengang aller Zeiten. Der US-Internetgigant Google etwa erzielte 2004 nur knapp 2 Milliarden Dollar. Die bisherige Nummer eins ist der deutsche Chipkonzern Infineon it einem Erlös von 5,9 Milliarden Dollar.
Zusammen mit der sogenannten Mehrzuteilungsoption - eine Art Aktienreserve der beteiligten Banken - könnte der Börsengang von Facebook sogar auf bis zu 18,4 Milliarden Dollar anschwellen.
Damit würde Facebook an die beiden grössten Börsengänge der US-Geschichte anschliessen: Die Kreditkartenfirma Visa hatte 2008 inklusive Mehrzuteilung 19,7 Milliarden Dollar eingenommen und der Autokonzern General Motors im Jahr 2010 nach seinem Neustart 23,1 Millilarden Dollar. Die Rückkehr von GM aufs Parkett war der grösste Börsengang aller Zeiten.
Mehr wert als HP und Dell
Von den Einnahmen des Börsengangs fliessen Facebook selbst nur etwas mehr als die Hälfte zu. Der Rest geht an Geldgeber, die das Potenzial des Onlinetreffpunkts früh erkannt und in Facebook investiert hatten. Auch mit dem angepeilten Börsenwert deklassiert Facebook die anderen Technologiegrössen. Mit 93 bis 104 Milliarden Dollar wäre das Onlineportal mehr wert als die Computer-Riesen Hewlett-Packard und Dell zusammen.
Skepsis über Geschäftsmodell
Allerdings fragen sich skeptische Investoren, wie Facebook längerfristig die hochgesteckten Erwartungen erfüllen kann. Ihrer Einschätzung zufolge hat das Unternehmen bisher keine Strategie aufgezeigt, wie es aus der wachsenden Zahl an Nutzern Kapital schlagen kann, die über mobile Geräte auf Facebook zugreifen. Ausserdem hat sich das Umsatzwachstum aus dem zentralen Geschäft mit Online-Anzeigen in den vergangenen Monaten verlangsamt.
Mark Zuckerberg bleibt auch nach dem Börsengang mit einem Stimmrechtsanteil von 57,5 Prozent Mehrheitseigner. Am Donnerstag will das US-Unternehmen den Ausgabepreis der Aktien definitv festlegen. (pet;bru, sda/reuters/dpa)
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