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Mittwoch, 20.6.2012

Heisser Kampf ums kühle Nass

Die Berggemeinden können sich freuen: Die nächsten Jahre versprechen einen Milliarden-Geldsegen. Aus den Nutzungsrechten für Wasserkraftwerke, die an die Gemeinden zurückgehen. Diese planen nun eigene Firmen. Die Strombranche läuft Sturm.

Geldquelle für Walliser Gemeinden: Das Wasserkraftwerk Emosson. (Keystone Archiv)

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Bergkantone kämpfen für die Nutzung ihrer Wasserkraft

Nicht die grossen Stromkonzerne sollen mit den Wasserkraftwerken in den Bergen Geld verdienen. Die Bergkantone selbst wollen damit Geld und Arbeitsplätze in ihren Randregionen behalten.

Beitrag aus Rendez-vous vom Mittwoch, 20.6.2012, 12.30 Uhr, DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle

Von Inlandredaktorin Karoline Arn

Es ist ein gelinde gesagt günstiger Deal, der da auf die Berggemeinden- und Kantone zukommt: In den nächsten 20 Jahren laufen massenhaft Nutzungsrechte für Wasserkraftwerke aus. Staumauern, Leitungen oder Turbinen, alle sogenannt benetzten Teile, bekommen die Gemeinden gratis und franko von den Elektrizitätsunternehmen wie der BKW, Axpo oder Alpiq. So steht es in den Verträgen, die vor Jahrzehnten ausgehandelt wurden.

Bergkantone möchten stärker mitmischen
Im Wallis beträgt der Gesamtwert der Anlagen geschätzte 10 bis 20 Milliarden Franken, im Kanton Graubünden sieht es ähnlich aus: Der Bündner Energiedirektor Mario Cavigelli spricht von einem zweistelligen Milliardenbetrag. Deshalb möchten der Kanton und die Bündner Gemeinden sich stärker an den Wasserkraftwerksgesellschaften beteiligen. Heute seien 80 Prozent der Wasserkraft nicht in Bündner Hand, so Cavigelli, und es stelle sich die Frage, inwiefern die Mittellandkantone über die Ressourcen der Bergkantone herrschen sollten.

Das Wasser auf die eigenen Mühlen lenken, das will auch der Kanton Wallis. Statt wie heute 20 Prozent will er künftig 60 Prozent der Wasserkraft kontrollieren. Heute könne das Wallis nicht einmal den eigenen Energiebedarf decken, sagt der Walliser Energiedirektor Jean-Michel Cina. Der Kanton baue nun mit den Gemeinden eine Betreibergesellschaft auf.

Stromkonzerne sehen schwarz
Der «Heimfall» (siehe unten) ist ein Glücksfall für die Bergkantone. Kritik üben dagegen die Energiekonzerne: Urs Gasche etwa, BDP-Nationalrat und Verwaltungsratspräsident der Bernischen Kraftwerke BKW bezweifelt, dass die alten Verträge heute noch so gültig sind: Einmal gebaut, immer genutzt, davon sei man damals ausgegangen. Tatsächlich hätten die Energiekonzerne aber weiter gebaut und investiert. Dies müsse nun beim Heimfall berücksichtigt werden. Müssten die Konzerne die Kraftwerke abgeben, könnte dies die Schweizer Stromwirtschaft in die Knie zwingen, warnt der BKW-Vertreter.

Ausverkauf der Heimat?
Gasche befürchtet, die Gemeinden würden die Kraftwerke dem Meistbietenden verkaufen - und dies könnten ausländische Investoren sein. Die Schweizer Stromunternehmen könnten womöglich nicht mehr mithalten, wegen des finanziellen «Aderlasses», den man ihnen mit der Heimfallregelung zumute. Deswegen verlangt BDP-Nationalrat Gasche, der Bund solle die Heimfallregelung prüfen.

Weder der Kanton Wallis noch Graubünden teilen diese Bedenken: Man sei durchaus in der Lage, selber zu beurteilen, wen man bei der Vergabe bevorzugen möchte: Schweizer Konzerne oder auch mal solche aus dem Ausland, sagt der Bündner Regierungsvertreter Mario Cavigelli. (smus)

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Was ist ein «Heimfall»

Anfang des letzten Jahrhunderts wurden die meisten Staumauern gebaut. Die Verträge für deren Nutzung begünstigten die Ersteller, also die Gemeinden: Nach 80 Jahren gehen die Anlagen – etwa die Turbinen – zurück in deren Besitz.  Mehr

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