Higgs sieht sich nach 50 Jahren bestätigt
Peter Higgs (re) und Francois Englert. (Reuters)
Dem «Gottesteilchen» Higgs auf der Spur
Er habe kaum geglaubt, dass der experimentelle Nachweis des Higgs-Teilchens noch zu seinen Lebzeiten gelingen werde. Das hat der britische Physiker Peter Higgs bei der Vorstellung der Forschungsergebnisse am Cern in Genf erklärt. Der Fund sei ein «gewaltiger Erfolg» und «wirklich grossartig».
Das nach Higgs benannte Teilchen wird seit Jahrzehnten fieberhaft gesucht. Wissenschaftler der USA und Europa lieferten sich dabei einen Wettlauf. Der Nachweis am Cern bestätigt nun das während Jahrzehnten die Physik beherrschende Theoriemodell.
Theorie von 1964
Die Theorie des Higgs-Teilchens wurde erstmals 1964 von sechs Physikern aufgestellt, darunter Higgs und der Belgier, François Englert. Ihr Standardmodell hat in der Physik etwa den Rang der Evolutionstheorie in der Biologie. Es erklärt, wie sich Teilchen nach dem Urknall zusammenballten, um Sterne, Planeten und schliesslich auch Lebewesen zu formen.
Ihm zufolge dürften die kleinsten Teilchen keine Masse haben. Ohne Masse wären sie jedoch so schnell wie das Licht, es gäbe keine Zusammenballungen, keine Planeten oder Menschen. Das Higgs-Teilchen kann dieses Problem lösen.
Mit den Daten vom Cern könnten auch andere Phänomene beleuchtet werden - etwa die Theorie der dunklen Materie, die einen Grossteil der bislang unentdeckten Masse des Universums ausmachen soll.
Peter Higgs wird nach dem Fund am Cern nun erst recht als Anwärter auf den Nobelpreis gehandelt. (nab, reuters/sda/dpa)
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