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Samstag, 11.8.2012

Spirig bleibt alleinige Triathlon-Olympiasiegerin

Nicola Spirig bleibt alleinige Goldmedaillengewinnerin im Frauen-Triathlon vom 4. August. Der Internationale Sportgerichtshof wies einen Rekurs der Schweden ab, die sich für eine zweite Goldmedaille für die zweitklassierte Lisa Norden stark gemacht hatten.

Nicola Spirig: Goldmedaille im Triathlon gehört ihr ganz allein. (Archiv Keystone)

Der Triathlon-Weltverband ITU hat laut dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) keine eigenen Reglemente beim Frauen-Triathlon-Entscheid von London und der Bestimmung von Gold und Silber verletzt. Es handle sich um einen «Spielfeld»-Entscheid, dem weder Willkür noch Bösartigkeit zugrunde lägen.

Das Nationale Olympische Komitee Schwedens und der schwedische Triathlon-Verband hatten vom CAS verlangt, dass er Lisa Norden ex-aequo mit Nicola Spirig klassiert und ihrer Athletin ebenfalls eine Goldmedaille zuspricht. Zu diesem Fall hatte am Freitagabend eine dreistündige Anhörung vor dem CAS stattgefunden. Für die Schweiz nahmen Missionschef Gian Gilli und Triathlon-Nationaltrainer Iwan Schuwey an der Anhörung teil.

In ihrer Beschwerde argumentieren die schwedischen Verbände, Nordens Körper verdecke Spirig, so dass ihre Position auf dem Foto nicht genau zu bestimmen sei. Spirig hatte nach Auswertung des Zielfotos das Rennen mit «weniger als 15 Zentimetern Vorsprung» gewonnen. Auf dem Zielfoto ist ersichtlich, dass Spirig die Ziellinie mit einem Bein zuerst überschreitet. Mit dem Oberkörper befinden sich beide Athletinnen auf gleicher Höhe, wobei Norden den Oberkörper hiefür nach vorne wirft.

Schweiz auf ITU-Linie
Die zweite, für die Auswertung aber nicht massgebende Kamera für Nonstop-Aufnahmen, fiel aus. Schuwey sagt: «Der schwedische Trainerstab hatte den Entscheid am Renntag sofort akzeptiert. Ein schwedischer Coach beschied mir, dass Spirig mit einem Vorsprung von neun Hundertstelsekunden gewonnen hatte. Es gab keinen Protest. Erst zwei Tage später folgte der Rekurs wegen des Torsos.»

Der Triathlon-Weltverband (ITU) hatte einen entsprechenden Rekurs bereits abgewiesen. Im Regelwerk der ITU steht, dass der Torso massgebend für die Ermittlung der Endklassierung sei. Der Rekurs richtete sich demzufolge gegen die angebliche Nicht-Durchsetzung des eigenen Regelwerks. Schuwey: «Die ITU bestätigte beim Meeting vor dem CAS ihre Position auf der gesamten Linie, unter anderem durch den technischen Delegierten und den Schiedsrichter. Für die ITU gibt es nur eine Siegerin, und wir stützen diesen Entscheid vollumfänglich», so Schuwey.

Persönlich könne er die schwedische Haltung nachvollziehen, sagte Schuwey. Ob sich im umgekehrten Fall der Schweizer Verband für den Gewinn einer Goldmedaille eingesetzt hätte, kommentiert der Freiburger so: «Diese Situation stellt sich für uns nicht. Für uns ist einfach klar, dass Nicola Spirig die einzige Olympiasiegerin ist.»

Lisa Norden befindet sich im Gegensatz zu Spirig nicht mehr in London. Sie bestritt am Samstag die schwedischen Meisterschaften im Sprint-Triathlon und damit nur eine Woche nach Olympia bereits wieder einen Wettkampf. (bru, sda/si)

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