Scharfe Kritik am Urteil gegen Pussy Riot
Weltweit - wie hier in Norwegen - wurde gegen das Urteil demonstriert. (Keystone)
- Freitag, 2.11.2012: Medwedew stellt Haft für Pussy Riot in Frage
- Montag, 22.10.2012: Pussy-Riot-Mitglieder in Straflager verlegt
- Mittwoch, 10.10.2012: Haft für eine Musikerin von Pussy Riot aufgehoben
- Donnerstag, 23.8.2012: Menschenrechtsbeauftragter: «Urteil übertrieben»
- Samstag, 18.8.2012: Pussy Riot singen weiter gegen Putin
Keine Gnade für Putin-Gegner: Nach ihrem Protest gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche müssen drei Frauen der Skandal-Punkband Pussy Riot ins Straflager. In dem international umstrittenen Strafprozess begründete Richterin Marina Syrowa die Verurteilung zu je zwei Jahren Haft in Moskau mit Rowdytum aus religiösem Hass.
Die OSZE, die EU und die USA kritisierten den Schuldspruch scharf.
«Das harte Urteil steht in meinen Augen in keinem Verhältnis zur Aktion der Musikgruppe», sagte der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle. Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton zeigte sich «tief enttäuscht». Die US-Botschaft in Moskau nannte das Urteil «unverhältnismässig».
Warnung an Oppositionelle
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International nannte das Urteil einen harten «Schlag gegen die Meinungsfreiheit in Russland».
«Das Urteil ist nicht nur der Versuch, die drei jungen Frauen zum Schweigen zu bringen. Es soll auch eine Warnung an alle anderen sein, die es wagen, Präsident Putin und seine Regierung zu kritisieren», erklärte die Russlandexpertin von Amnesty, Friederike Behr. Amnesty International stuft die drei Musikerinnen als gewaltlose politische Gefangene ein.
Deutliche Worte von der OSZE
Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kritisierte den Schuldspruch gegen die Punk-Band. «Vorwürfe wie Rowdytum und religiöser Hass sollten nicht dafür benutzt werden, um die Meinungsfreiheit einzuschränken», teilte die OSZE-Beauftragte für Pressefreiheit, Dunja Mijatovic, in Wien mit. Freie Meinungsäusserung sollte nicht beschränkt oder unterdrückt werden, egal wie provokativ, satirisch oder heikel sie auch sei. Russland gehört zu den 56 OSZE-Staaten.
Sturmhauben als Symbol des Protestes
Weltweit demonstrierten Menschen für eine Freilassung von Pussy Riot, so etwa auch in Berlin und Hamburg. In Moskau und Bulgarien stülpten Anhänger der jungen Frauen Denkmälern bunte Sturmhauben über, das Markenzeichen von Pussy Riot. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew fällte eine Aktivistin der feministischen Gruppe Femen ein grosses Holzkreuz mit einer Motorsäge. Die Miliz leitete ein Verfahren wegen Landfriedensbruches ein. (luek, sda/dpa/reuters)
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