Libyer stürmen Islamisten-Zentrum in Benghasi
Aufgebrachte Demonstranten stürmen Lager islamistischer Milizen. (Reuters)
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- Samstag, 22.9.2012: Weltweite Demonstrationen gegen Anti-Islam-Film
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- Freitag, 21.9.2012: US-Spots im pakistanischen TV gegen Schmähfilm
- Donnerstag, 20.9.2012: Französische Botschaft in Iran angegriffen
Hunderte Demonstranten haben am Freitagabend in Benghasi den Stützpunkt einer radikalislamischen Miliz gestürmt, die als treibende Kraft hinter der Erstürmung des US-Konsulats vor einer Woche gilt.
Die Demonstranten vertrieben die Kämpfer der Ansar al-Scharia und steckten das Gebäude in Brand. Dabei riefen die Menschen «Libyen, Libyen», «Weg mit al-Kaida» oder «Das Blut, das wir für die Freiheit vergossen haben, soll nicht umsonst gewesen sein.»
Danach griffen Demonstranten den Stützpunkt einer weiteren Miliz an. Deren Kämpfer schossen in die Menge, mindestens 20 Demonstranten wurden verletzt. Laut dem Nachrichtensender al Jazeera starben drei Demonstranten.
Zuvor waren in der nordlibyschen Stadt rund 30'000 Menschen gegen die Milizen auf die Strasse gegangen. «Nein, nein zu den Milizen», riefen sie.
Unterstützung durch Polizei und Militär
Die Milizen sind im nach-revolutionären Libyen zu einem der schwierigsten Probleme geworden. Sie sind teils besser bewaffnet als offiziellen Sicherheitskräfte. Viele Libyer werfen ihnen vor, die Zivilbevölkerung nach ihren radikalen Vorstellungen zu gängeln.
«Ich will nicht, dass Männer in afghanisch aussehender Kleidung mich in der Strasse anhalten und mir Befehle erteilen, ich will nur Leute in Uniform sehen», brachte ein Student die Empörung derer auf den Punkt, die wie er das Gebäude von Ansar al-Scharia stürmten. Etliche Demonstranten sagten, Polizei und Militär hätten sie unterstützt.
Ansar al-Scharia steht unter dem Verdacht, den Protest gegen ein antiislamisches Schmähvideo am 11. September für einen Angriff auf das US-Konsulat ausgenutzt zu haben. Dabei wurde US-Botschafter Chris Stevens, drei US-Diplomaten und mehrere libysche Sicherheitskräfte getötet. (fors, sda/dpa/reuters)
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