In aller Munde, aber noch nicht in allen Händen: E-Reader. (Keystone)
E-Books im Rampenlicht der Buchmesse
«Die spannendste Buchmesse überhaupt» erwartet Direktor Juergen Boss, wenn am 6. Oktober in Frankfurt die Messetore aufgehen. Grund dafür sind nicht die neuen Romane von Jonathan Franzen oder Günter Grass - sondern die Entwicklungen der digitalen Medien.
Zwar haben sich E-Reader und Tablet-PCs in der Buchbranche bereits etabliert. Der Onlinehändler Amazon etwa vermeldete diesen Sommer, dass er erstmals mehr digitale Bücher als Hardcovers verkauft hat. Doch noch immer sind viele Literaturinteressierte wenig mit den neuen Medien vertraut. Hier will die 62. Frankfurter Buchmesse Abhilfe schaffen.
Der digitale Funken soll springen
Mit der neuen Initiative «Frankfurt Sparks» sollen alle digitale Angebote gebündelt auftreten: Ausstellungen, Konferenzen und Präsentationen rund um die Zukunft der Medienbranche unter einem Dach. Dazu gehören sechs über das Messeareal verteilte «Hot Spots». Sie sollen zeigen, wie sehr digitale Medien unseren Alltag durchdringen.
Ausserdem versprechen die «Hot Spots»-Stände Digitalisierung zum Anfassen: Besucher können hier die neuesten Lesegeräte ausprobieren, dazu werden Online-Literaturforen und -Bildungsangebote vorgestellt.
Wandel zur Medienmesse
Ebenfalls neu ist die zweitägige Konferenz «Story Drive», ein Treffpunkt für die internationale Medien- und Entertainmentwelt. Klassische Buchverlage sollen sich hier mit Leuten aus dem Film-, Game- und Social Media-Bereich austauschen können.
Mit diesen Neuerungen verstärkt die Frankfurter Buchmesse ihre Position als eigentliche Medienmesse. Ein notwendiger Schritt, will man dem Wandel der Branche durch die Digitalisierung nicht als Bedrohung begegnen.
Für Messedirektor Juergen Boos bedingt dies auch ein neuer Fokus, wie Boos im Vorfeld verlauten liess: Die Digitalisierungsdebatte solle sich verschieben - weg von der Hardware und hin zur Frage, wie sich Inhalte durch die neuen medialen Möglichkeiten verändern werden.
Christian Gebhard
