Aus dem Archiv: Maria Kodama de Borges
Maria Kodama neben einem Porträt von Jorge Luis Borges. (Keystone)
Der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges ist einer der berühmtesten lateinamerikanischen Autoren. Der am 24. August 1899 als Sohn einer wohlhabenden Familie in Buenos Aires geborene weltbekannte Lyriker und Schriftsteller war unter anderem der Verfasser der erzählerischen Werke «Labyrinthe» (deutsch 1959) und «Der schwarze Spiegel» (deutsch 1961).
Einfluss über die Grenzen Argentiniens hinaus
Borges galt als einer der vielseitigsten Autoren seines Landes und einer der bedeutendsten Lyriker seiner Generation. Sein umfangreiches lyrisches Werk übte grossen Einfluss über die Grenzen Argentiniens aus. Allerdings wurde ihm auch der Vorwurf gemacht, die lateinamerikanischen Realitäten nicht in ihrer Komplexität zu erfassen.
Borges war unter anderem mit dem Cervantes- Preis für Schriftsteller in spanischer Sprache ausgezeichnet worden. Borges war Anfang der 50er Jahre Vorsitzender des argentinischen Schriftstellerverbandes und wurde 1955 nach dem Sturz Perons durch die Militärregierung zum Leiter der Nationalbibliothek ernannt.
Schreiben trotz Blindheit, Tod in Genf
Borges zählte zu den Befürwortern einer Invasion des marxistischen Kuba und nahm offizielle Ehrungen durch das Regime Pinochet in Chile an. Mit etwa fünfzig Jahren war er vollständig erblindet, war jedoch weiterhin schriftstellerisch tätig. 1999 starb Borges im Alter von 86 Jahren, sein Grab befindet sich auf dem Cimetière des Rois in Genf.
Kurz vor seinem Tod hat Borges seine langjährige Sekretärin, Reisebegleiterin und Schriftstellerkollegin Maria Kodama geheiratet. Peter Burri hat Maria Kodama 1988 getroffen und mit ihr über argentinische Literatur und ihr Schreiben gesprochen.
SDA/thg
