Werbung auf dem Handy: Eine Goldgrube
So geht's auch: Mobile Werbung ohne Internet
Gut 20 Milliarden Dollar liessen sich mit mobiler Werbung im Jahr verdienen, schätzen Experten – und das alleine in den USA. Der Grund: Das mobile Internet wird immer wichtiger. Längst haben die meisten Leute ein Mobiltelefon – und immer mehr der Geräte sind Smartphones, mit denen sich leicht unterwegs im Internet surfen lässt.
Und weil Mobiltelefone – im Gegensatz etwa zu Desktop PCs – auch in Entwicklungsländern weit verbreitet sind, stellt das Handy so etwas wie die erste globale Massenplattform für Werbung dar.
Für Facebook und Google ein wichtiger Markt
Kein Wunder also steht mobile Werbung bei den wichtigsten Werbeanbietern im Internet hoch oben auf der Agenda. Für Facebook etwa – eben erst an die Börse gegangen – ist sie eine Chance, mit den gut 1 Milliarde zählenden Mitgliedern auch wirklich Geld zu verdienen – denn gut die Hälfte der Facebook-Nutzer besucht die Seite per Mobiltelefon.
Auch für Google hat das Thema Priorität. Noch verdient man dort vor allem mit klassischer Desktop-Werbung sein Geld. Doch mit dem Siegeszug des mobile Internets könnten diese Einnahmen bald kleiner werden.
Mobile Werbung ist nicht ohne Probleme
Wie mobile Werbung aussehen kann, zeigt local.ch – sozusagen die gelben Seiten im Internet. In der local.ch-App werden neu Sonderangebote von Läden und Restaurants angezeigt, die sich in der Nähe des Smartphone-Benutzers befinden.
Allerdings: Digitale Marktschreierei ist nicht jedermanns Sache. Viele fühlten sich zum Beispiel gestört, tauchten auf ihrem Mobiltelefon unablässig Popups auf, die über das neuste Schnäppchen des Kleiderladens von nebenan informieren.
Wer mit mobiler Werbung viel Geld verdienen will, muss sie darum so gestalten, dass sich der potentielle Kunde auch darauf einlässt – und nicht bloss entnervt das Telefon aus der Hand legt.
Was im Grossen gut aussieht, tut's im Kleinen nicht unbedingt
Denn Werbung auf dem Handy-Bildschirm ist nicht dasselbe wie auf einem Desktop-PC: Was auf dem grossen Bildschirm noch gut aussieht, wirkt auf dem kleinen rasch billig und nimmt zu viel Platz weg. Kommt hinzu, dass der Mobiltelefon-Benutzer meist wenig konzentriert auf den Bildschirm schaut und von seiner Umwelt rascher abgelenkt wird als der am PC.
Und gerade bei der ortsbasierten Werbung kommen auch Datenschutzbedenken dazu: Wohl ist es praktisch, wenn man mir nur Reklame von Läden zeigt, die in meiner unmittelbaren Nähe stehen. Doch beim Gedanken, dazu stets auch die eigene Position mitteilen zu müssen, wird vielen wohl unwohl.
Jürg Tschirren
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