(Sebastian Michalke)
85 bis 95 Jahre: Weisheit und Demenz
«Was für ein wundervolles Leben ich hatte! Ich wünschte nur, ich hätte es eher bemerkt!» Colette, 1873-1954
Die Gerontologie kommt zum Schluss: Mitte 80 kommt für viele ein grosser Autonomieverlust. Durch die erhöhte Gebrechlichkeit nimmt die Abhängigkeit von anderen stetig zu. In der Leistungsgesellschaft heisst die meistverbreitete Befürchtung dieses Jahrzehnts: Ich falle nur noch zur Last. In anderen Kulturen hingegen geniessen greise Menschen ein hohes Ansehen und werden als Weise konsultiert.
Bei uns zeigt die Statistik: Mit 90 ist jeder zweite Mensch dement. Wie lebt man zwischen Weisheit und Verblödung? Was hat Autonomie mit Würde zu tun? Und: Lebt`s sich in den eigenen vier Wänden wirklich besser als in einem modernen Heim?
Fragen, die unser Gast Gabriele Wyss (86), Ärztin und Philosophin, beantworten kann.
