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  • «Venus in den Fischen» von Max Mohr:

Max Mohr und sein Roman

Max Mohr, 1934 (Weidle Verlag)

1937 stirbt ein deutscher Schriftsteller 46-jährig an einem Herzschlag im Shanghaier Exil: Max Mohr, Jude, Arzt und erfolgreicher Dramatiker und Romancier der 20er- und frühen 30er-Jahre. 1934 hatte er Deutschland verlassen, seine Werke wurden verboten.

Rebellischer Schüler
Mohr wurde am 17. Oktober 1891 als Sohn jüdischer Kaufleute in Würzburg geboren. Nach rebellischer Schulzeit mit mehreren Ausreissversuchen studierte er in München Medizin. Er war Infanteriearzt im Ersten Weltkrieg und für ein Jahr in Kriegsgefangenschaft in England.

Dann macht Mohr erste Versuche auf dem Theater. Sein Skrietück «Improvisationen im Juni» wird 1922 ein grosser Erfolg. Es folgen acht weitere Stücke, eines davon wird verfilmt. Bis 1934 lebt Mohr als Arzt in Rottach am Tegernsee. Dort entstehen seine insgesamt fünf Romane, geprägt vom Zwiespalt zwischen Technik und Natur.

D. H. Lawrence - Freund und Kritiker
«Zu modern für mich», das war die Reaktion des Erfolgs- und Skandalautors D. H. Lawrence auf Mohrs ersten Roman «Venus in den Fischen». Mohr war mit dem weltberühmten Autor von «Sons and Lovers» und «Lady Chatterley's Lover» befreundet und war auch sein Leibarzt. Carl Zuckmayer und Bruno Frank gefiel das Buch sehr.

Und die FAZ begrüsste 1992 die Wiederveröffentlichung des Romans durch Stefan Weidle u. a. mit folgenden Worten: «…was seinerzeit als zu unkonventionell erschienen sein mag, hat den Text über die Jahrzehnte hinweg frisch gehalten. Der satirische Blick wirkt ebenso wenig veraltet wie die präzise Sprache, die mit wenigen Strichen Menschen, ein Milieu und die Epoche charakterisiert.»

Der Roman
Worum geht es in «Venus in den Fischen»? Berlin, Mitte der 1920er Jahre: Anlässlich einer Entbindung in einer noblen Fabrikantenvilla treffen eine junge Ärztin, ein junger Arzt und ein angeblich 111jähriger, dunkelhäutiger Sterndeuter aus Dixieland aufeinander.

Nachdem die Geburt mit einem Eklat geendet hat – der zuständige Professor wird um einen Teil seines Honorars gebracht –, eröffnen die drei in einem alten königlichen Landsitz eine medizinisch-astrologische Heilanstalt für gut betuchte Patienten.

Fader Erfolg
Das Unternehmen floriert auf Anhieb prächtig, aber schon nach wenigen Monaten wird Sebastian Quass, dem jungen Arzt, und Louis Abba, dem genialischen Astrologen, die ganze Sache zu fad. Sie finden es deprimierend, wie leicht - und gern! - sich die Leute mit ein wenig modischem Bluff abfertigen lassen

Quass und Abba beschliessen, das Sanatorium ab sofort streng nach den Grundsätzen völliger Wahrhaftigkeit und Offenheit zu führen. Die Probleme und der Ärger lassen nicht lange auf sich warten

Liebe und Mord
Als es schliesslich zu einem Mord kommt, ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Auch nicht die genauso zarte wie turbulente Liebesgeschichte zwischen Sebastian Quass und seiner Kollegin Nelly Otterloo.

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«Venus in den Fischen» von Max Mohr

«Venus in den Fischen» ist ein ebenso intelligenter wie witziger Grossstadtroman von 1927. Er wirft einen ironisch-kritischen aber keineswegs lieblosen Blick auf die «Goldenen Zwanziger Jahre» Berlins. Geschrieben hat das Buch der Arzt, Dramatiker und Romancier Max Mohr (1891-1937).  Mehr

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