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Blick in die Feuilletons vom 8. Juni 2012

Ray Bradbury: Geschichten, realer als die Wirklichkeit

Am Dienstag starb der amerikanische Autor Ray Bradbury im Alter von 91 Jahren. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Film und Literatur äusserten sich zum Tod des viel gelesenen Autors.

Autor Ray Bradbury in seinem Büro in Beverly Hills, 1982. (Keystone)

Präsident Barack Obama liess aus dem Weissen Haus mitteilen: «Bradbury habe uns gezeigt, dass wir mit unserer Einbildungskraft Dinge verändern können», so schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung heute. Auch Steven Spielberg meldete sich zu Wort - für ihn war Bradbury Muse seiner Science-Fiction-Filme.

Einen sehr schönen Satz twitterte Rainn Wilson, bekannt aus der Serie «The Office»: «Du hast den Planeten Mars und die Zeitreise für mich als Vierzehnjährigen wirklicher gemacht als meine damalige Wirklichkeit.»

Die Süddeutsche Zeitung blickt nochmals auf Bradburys Leben, wie er bereits in jungen Jahren Fantasy und Science-Fiction Geschichten schrieb und es schliesslich schaffte, Dinge wie das Reisen in den Weltall neu zu vermitteln. Während für andere Autoren technische Aspekte der Raumschiffe wichtig gewesen seien, sei bei Bradbury die Einsamkeit der Astronauten im Zentrum gestanden. Denn, so Bradbury, gegen die Einsamkeit nütze auch Technik nichts.

Diese Orientierung an der menschlichen Vorstellungskraft und nicht an wissenschaftlichen Erkenntnissen sei auch der Grund, warum Bradbury eher ein Fantasy- als ein Science-Fiction-Autor sei, meint die NZZ.

FAZ: «Die Mars-Chroniken warten im All auf ihre Leser» (8. Juni 2012)
Süddeutsche Zeitung: «Ein Ausserirdischer blickt auf diese Welt» (8. Juni 2012)
NZZ: «Chronist der Zukunft» (8. Juni 2012)



TV-Serien wie «The Sopranos», «24», «Mad Men», «Homeland», «The Wire» sind zurzeit das Mass der Dinge, wenn es darum geht, gute Geschichten intelligent zu erzählen. Der Zürcher Verlag Diaphanes adelt einige dieser Serien mit Begleitbüchern. Die Basler Zeitung hat sie genauer angeschaut.

Viele aktuelle Serien würden mit Begeisterung aufgenommen - nicht nur von TV-Junkies, sondern auch von Cinéphilen. Denn sie bewegen sich auf der Schnittstelle zwischen Film, Literatur und Fernsehen und machen dem Kino Konkurrenz - Grund genug also, entsprechende filmanalytische und philosophische Betrachtungen zu publizieren.

Beim Zürcher Verlag Diaphanes gibt es nun unter dem Namen «booklet» eine Reihe von Essays, die wie Begleitbücher zu den Serien funktionieren. Sie seien tiefgreifend und an Kenner der Serien und filmwissenschaftlich Interessierte gerichtet, so die Basler Zeitung.

Basler Zeitung: «Der visuelle Schinken» (8. Juni 2012)



Gegen den Besitzer der Webseite «Kino.to» läuft momentan der grösste Prozess wegen Urheberrechtsverletzung, den es je gab. Die FAZ berichtet.

«Kino.to» war die populärste Seite im deutschen Raum, wenn man Filme direkt im Internet schauen («streamen») wollte. 135'000 Filme hatte die Seite im Angebot. Noch nie sei jemand wegen Verletzung des Urheberrechts in derart vielen Fällen angeklagt worden, so die FAZ.

«Kino.to»-Besitzer Dirk B. soll mehr als eine Million Urheberrechtsverletzungen begangen haben. Dafür wird er vermutlich zwischen fünf und zehn Jahren Gefängnis erhalten und sein ganzes Vermögen - vermutlich mehrere Millionen Euro sein - verlieren.

In der FAZ wird auch das nicht einfache Leben des Dirk B. geschildert - interessant mal etwas näher zu erfahren, wer die Person hinter einem solchen Angebot ist und welche Beweggründe er hatte. Dirk B. sei nämlich nicht etwa ein Filmfan gewesen, sondern habe eine rein ökonomische Interessen verfolgt, so die Anklage.

FAZ: «Manchmal war es 'sogar sehr viel Geld'» (8. Juni 2012)

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Thomas Hägler


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