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Donnerstag, 14.6.2012

Vom Tun zum Nichts-Tun

Musse, Müssiggang und Mässigung - sechs «Kontext»-Sendungen ergründen das Verlangen nach Ruhe und Gelassenheit in der hektischen Arbeitswelt. Jeden Freitag, vom 6. Juli bis zum 10. August.

Auszeit im Park: Mussestunden sind heute rarer denn je. (Keystone)

Unverkennbar ist die menschliche Lust, tätig zu sein, die sich schon bei kleinen Kindern beobachten lässt, etwa wenn sie greifen lernen. Katharina Kilchenmann geht in der «Kontext»-Sommerserie der Frage nach, was passiert, wenn Kinder aus sich selbst heraus tätig werden.

Innere Ruhe statt Arbeitswut
Als Erwachsene überspannen viele den Bogen, weil sie tüchtig sein wollen, Erfolg und Anerkennung suchen. Irgendwann erleben sie einen Moment, in dem sie nicht mehr «ein Programm» erfüllen wollen, sondern die innere Ruhe suchen, um sich den wichtigen Fragen des Lebens zu stellen. Für diese intensive Bewusstseinsbildung braucht es Musse, hält der österreichische Philosoph Konrad Paul Liessmann fest.

Plädoyer für den Genuss
Müssiggang ist die Suche nach Musse. Cornelia Kazis porträtiert in der Kontext-Sommerserie einen Mann, der sich auf diese Suche gemacht hat. Sprichwörtlich ist der Müssiggang aller Laster Anfang und kann in der christlichen Theologie sogar die «Todsünde» nach sich ziehen. Der Wiener Philosoph Robert Pfaller dagegen ist ein Liebhaber des Müssiggangs. «Wir mässigen uns heute masslos», sagt er und plädiert im Gespräch mit Hansjörg Schultz geradezu für einen lasterhaften Lebensgenuss.

Faulheit, eine schwierige Disziplin
Dass die Faulheit viele Gesichter hat, das zeigt ein Blick in die Philosophie und die Literatur, auch wenn echte literarische Faulpelze eine rare Spezies sind. Angelika Schett spricht mit Manfred Koch von der Universität Basel über die Faulheit als schwierige Disziplin. Doch das Lob des Müssiggangs hat auch eine Kehrseite, es setzt jene unter Druck, die tätig sein wollen, aber ein Leben führen, das sie zum Nichtstun zwingt und in dem Musse dennoch keinen Platz hat. Maya Brändli zeigt auf, wann Musse als Fron und wann sie als Luxus begriffen wird.

Sabine Bitter, Gesellschaftsredaktorin Kultur, SRF

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Kontext vom Freitag, 6.7.2012, 09.06 Uhr, DRS 2

Die Lust am Tätigsein

Herr und Frau Schweizers liebste Ferienbeschäftigung ist, wenn man den Umfragen glauben darf, das süsse Nichtstun. Können wir das überhaupt? Ist es erstrebenswert? Oder ist Nichtstun vielleicht nur der Gegenpol zum ungesunden Zuviel-Tun?  Mehr

Hören (24:13)Download (MP3, 11.6MB)


Kontext vom Freitag, 13.7.2012, 09.06 Uhr, DRS 2

Faulheit hat viele Gesichter

Faulheit kennt viele Ausprägungen: Zivilisationskritik, wie sie Diogenes in seiner legendären Tonne praktizierte. Oder Überdruss am tätigen Leben wie bei Oblomow, dem berühmtesten Faulpelz der Weltliteratur. In «Kontext» wird die Faulheit an Beispielen vorgestellt.  Mehr

Hören (28:46)Download (MP3, 13.7MB)


Kontext vom Freitag, 20.7.2012, 09.06 Uhr, DRS 2

Mark Riklin - Müssiggänger, Flaneur und Hofnarr

Mark Riklin hat in der Ostschweiz eine Meldestelle für Glücksmomente eröffnet. Denn der passionierte Flaneur ist überzeugt: «Glück haben allein reicht nicht, man muss es auch noch merken.» Riklin ist der Schweizer Vertreter des Vereins zur Verzögerung der Zeit. Ausserdem ist er Lehrbeauftragter an der St. Galler Hochschule für angewandte Wissenschaften - und er hat sich dem heiteren Ernst verschrieben.   Mehr

Hören (28:20)Download (MP3, 13.5MB)


Kontext vom Freitag, 27.7.2012, 09.06 Uhr, DRS 2

Ohne Musse keine Bildung

Wikipedia erklärt uns die Welt und mit etwas Zeitungslektüre kann einer im Fernsehen Millionär werden. Aber ist das echte Bildung? Nein, sagt der österreichische Philosoph Konrad Paul Liessmann.  Mehr

Hören (27:10)Download (MP3, 13.0MB)


Kontext vom Freitag, 3.8.2012, 09.06 Uhr, DRS 2

Musse - Luxus oder Fron?

Zwei Gäste sind heute im Studio, die beide nicht arbeiten und viel (Frei-) Zeit haben. Der eine, weil er genügend Geld hat, um nicht arbeiten zu müssen, der andere, weil er krank ist und nicht arbeiten kann. Ist diese «erzwungene» Musse nun Luxus - oder Fron?   Mehr

Hören (28:24)Download (MP3, 13.5MB)


Kontext vom Freitag, 10.8.2012, 09.06 Uhr, DRS 2

Ein Loblied auf den Müssiggang

Sprichwörtlich ist in hiesigen Breiten der Müssiggang ja aller Laster Anfang, also negativ besetzt. Zeitforscher Karlheinz Geissler lobt allerdings den Müssiggang, hält ein Pladoyer für das Lasterhafte und verrät auch, was sein Lieblingslaster ist.  Mehr

Hören (24:02)Download (MP3, 11.5MB)


Arbeit zwischen Lust und Frust («Sternstunde Philosophie» vom 1.7.2012)



Musse für Eilige: Ulrich Schnabel zu Gast bei Hansjörg Schultz («Sternstunde Religion» vom 1.7.2012)



Schnellsuche:
«Vom Tun zum Nichts-Tun» DRS 2 - Kontext vom Juli & August 2012

CD

Freuden und Gefahren des «Flows»

Er macht, sie denkt darüber nach. Die Rede ist vom Musiker und Autor Balts Nill und von der Motivationspsychologin Veronika Brandstätter. Beide erleben in ihrem Tun einen «Flow», einen Rhythmus, der entspannend ist, der aber auch Gefahren birgt.  Mehr

Bildergalerie: Acht Gesichter der Faulheit

Von Diogenes bis Oblomow: Dolce far niente durch die Jahrhunderte.

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