Ennio Morricone wird 80
Es gibt kaum jemanden, der nicht wenigstens eine seiner einprägsamen Melodien kennt - auch ohne je den Namen Ennio Morricone gehört zu haben. Die Soundtracks zu Sergio Leones Italo-Western haben in den 1960er Jahren den Weltruhm dieses Komponisten begründet, der heute am 10. November seinen 80. Geburtstag feiert.
Am bekanntesten ist wohl die Mundharmonika-Melodie aus «Spiel mir das Lied vom Tod» von 1969. Doch auch die beliebte Musik von «The Mission» (1986) ist aus der Feder des ebenso genialen wie vielbeschäftigten Römers. Lange hat es gedauert, bis Morricone bei einer Oscar-Nominierung zu Ehren kam: 2007 erhielt er die Trophäe für sein Lebenswerk.
Sein Name wird oft mit dem Filmgenre des Italo-Western in Verbindung gebracht, obwohl Morricone «nur» für etwa 30 solcher Filme die Filmmusik geschrieben hat, die markanter kaum sein könnte. Insgesamt hat der Komponist und Dirigent die Musik zu gut 500 Filmen geschrieben. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Auf dem Filmfestival in Rom war erst vor kurzem wieder seine Musik zu hören, - in dem Polit-Thriller «Resolution 819» des Italieners Giacomo Battiato über Kriegsverbrecher auf dem Balkan.
Talent statt Glamour
Der introvertierte, ernsthaft wirkende Komponist führt
ein unauffälliges Leben, Medientrubel und Skandale sind ihm fremd.
1956 heiratete Morricone, er ist Vater von vier
Kindern. Auch sein Werdegang erscheint herkömmlich.
Schon als Junge interessierte er sich fürs Komponieren, und so
schrieben ihn die Eltern - sein Vater war Trompeter - mitten in den
Wirren des Zweiten Weltkrieges im römischen Konservatorium «Santa
Cecilia» ein. Dort erwarb er bis 1954 Diplome in Komposition,
Trompete und Fanfare.
Zunächst spielte er dann in Orchestern mit, die auch Filme vertonten. «Ich kann mich erinnern, wie ich sehr schlechte Musik spielen musste und zu mir sagte: Das kannst du besser», erzählte er später. Seine ersten Gehversuche als Soundtrack-Komponist unternahm er Ende der 1950er Jahre. Der Durchbruch gelang, als er Leone wiedertraf - mit ihm zusammen hatte er schon die Schulbank gedrückt.
Der Italo-Western «Für eine Handvoll Dollar» von 1964 war Morricones erster Welterfolg. Er hat auch klassische Musik komponiert und nennt sich einen Liebhaber ernster Musik - von Palestrina über Bach bis zu den Beatles. Vor allem jedoch ist Ennio Morricone ein Maestro im klassischen Sinn: Er hat eine ganze Generation von Soundtrack- Komponisten beeinflusst.
AP/kal
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