«Der böse Onkel» - der Skandal blieb aus
Skandalloser Skandalfilm: der böse Onkel (zvg)
Schlagzeilen machte der Film, der im Aargau spielt vor allem auch, weil einige Leute Parallelen zu sehen glaubten zum realen Fall Köbi F.. Zu einem Aargauer Turnlehrer der sich vor Jahren an Schülerinnen vergriff und dafür ins Gefängnis musste. Urs Odermatt meint dazu «Einen bösen Onkel gibt es überall», Köbi F. sei nicht Vorbild gewesen zu seinem Film. Tatsache ist: Odermatts Protagonisten sind stereotyp und wirken dadurch künstlich, so dass sie, zumindest für Aussenstehende, keinen lebenden Personen zugeordnet werden können.
Formal top – inhaltlich Flop
Urs Odermatts Lowbudgetfilm, der mit nur gerade 68‘000 Franken produziert wurde, wird dem heiklen gesellschaftspolitischen Thema des sexuellen Übergriffs nicht gerecht. Er überzeugt jedoch in der Filmsprache. Schräg, unkonventionell und schnell kommt der Film daher und erinnert zeitweise mehr an ein Theaterstück als an einen Spielfilm. Ein Experiment, dass sich zu sehen lohnt, wenn man mit schwarzem Humor umgehen kann, sich nicht von derber Sprache und nackter Haut abschrecken lässt. Ein Film, der jedoch zur ernsthaften gesellschaftspolitischen Diskussion über sexuelle Übergriffe keinen Beitrag leistet.(affa)
Mehr zu den Stichwörtern:
