Jackson starb an Überdosis Narkosemittel
Michael Jackson. (Reuters)
US-Popstar Michael Jackson ist an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol gestorben. Laut den bekanntgewordenen Gerichtsdokumenten hatte Jacksons Arzt, Conrad Murray, dem Sänger wegen Schlaflosigkeit während mehrerer Wochen täglich eine hohe Dosis verabreicht.
Das starke Betäubungsmittel wird normalerweise nur in Krankenhäusern gespritzt und erfordert die ständige Überwachung des Patienten. Dem Bericht zufolge wird der Tod Jacksons als Totschlag gewertet. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Privatarzt des Musikers.
Mix aus Medikamenten
Aus Angst vor einer wachsenden Abhängigkeit habe er die Dosis kurz vor Jacksons Tod reduziert und ihm zusätzlich andere Schlaf- und Beruhigungsmittel verabreicht, teilte Murray laut den Dokumenten der Polizei mit.
In der Nacht vor Jacksons Tod habe er zunächst auf Propofol verzichtet und dem Superstar Valium und andere Medikamente gegeben. Jackson habe aber mehrfach um das Narkosemittel gebeten und am Ende 25 Milligramm Propofol erhalten - vorher erhielt er pro Nacht 50 Milligramm.
Jacksons Herz stand still
Der Sänger hatte am 25. Juni in seinem Haus plötzlich einen Herzstillstand erlitten. Murray war nach eigenen Angaben nur für wenige Minuten aus dem Zimmer gegangen. Bei seiner Rückkehr habe der Patient nicht mehr geatmet.
Sowohl Murrays als auch spätere Wiederbelebungsversuche im Krankenhaus scheiterten. Gegen den Mediziner wird wegen eines Tötungsdeliktes ermittelt. Es wurde aber noch keine Anklage erhoben.
Autopsie-Ergebnisse durchgesickert
Gleich nach dem Tod des jährigen Michael Jackson war Murray ins Visier der Polizei geraten. Die Ergebnisse der Autopsie von Jacksons Leiche sollen bis zum Abschluss der polizeilichen Ermittlungen unter Verschluss bleiben. Dies teilte die Gerichtsmedizin in Los Angeles Anfang August mit. Die Blut- und Gewebetests seien zwar abgeschlossen, würden aber vorerst nicht veröffentlicht, hiess es damals.
Abhängig von Medikamenten?
Die am Montag bekanntgeworden Unterlagen zeichnen ein deutliches Bild von Jacksons starkem Medikamentenkonsum. Murray zufolge sprach der Sänger im Zusammenhang mit Propofol, einer weisslichen Flüssigkeit, von seiner «Milch».
Er habe zahlreiche Einstiche in Jacksons Händen und Füssen entdeckt, doch Jackson wollte ihm darüber keine konkrete Auskunft geben, gab der Arzt zu Protokoll. Seiner Aussage zufolge war er nicht der erste Mediziner, von dem Jackson Propofol erhielt. Zwei Ärzte in Deutschland, die nicht namentlich genannt wurden, hätten ihm ebenfalls das Narkosemittel gespritzt.
Murray war seit Mai für monatlich 150'000 Dollar bei Jackson angestellt und sollte ihn auch auf seine geplante Konzerttour nach London begleiten. (acd, dpa/ap/reuters)
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