Remember Amy Winehouse: ein Jahr nach ihrem Tod
Amy Winehouse als junges Mädchen. (Reuters)
Sex, Drugs & Rock 'n' Roll
Vor genau einem Jahr wurde Amy Winehouse tot in ihrer Londoner Wohnung gefunden, mit vier Promille Alkohl im Blut. Kurz zuvor musste sie ihre geplante Welttournee restlos absagen, ihr Gesundheitszustand liess kein Konzert mehr zu. Auch das Konzert in Locarno fiel ins Wasser. Sex, Drugs & Rock 'n' Roll forderten ihren Tribut: Die Musikerin starb mit nur 27 Jahren.
Eine Ausnahme-Stimme
Mit ihrem zweiten Album «Back To Black» schaffte sie 2006 den internationalen Durchbruch. Dank ihrer souligen, starken, unverkennbaren Stimme. Von ihren Fans geliebt, von der Presse umjubelt, von Musikern bewundert - der Druck lastete schwer auf Amy Winehouse. Zu schwer: Drogen und Alkoholexzesse liessen die junge Künstlerin tief fallen.
Bee-Hive und XXL-Lidstrich
Die Haare, das Make-Up, die Kleidung - Amy Winehouse hat mit ihrem Stil sowohl ihre Fans als auch grosse Designer inspiriert. Jeder sieht sie vor dem inneren Auge, mit den aufgetürmten Haaren, den Katzenaugen, den schwarzen Kleidern. DRS 3-Stilexperte Jeroen van Rooijen ist überzeugt, dass sie ein neues Frauenbild geschaffen hat: «Man konnte plötzlich gleichzeitig elegant, verschlampt, tätowiert und trotzdem sexy sein. Das hat sie so massentauglich gemacht.» Amy Winehouse selbst meinte zu ihrem Stil ganz simpel: «Ich kleide mich wie ein alter jüdischer Mann.»
«Meine Tochter Amy»
So heisst die Biografie von Amy Winehouse, die ihr Vater Mitch geschrieben und soeben veröffentlicht hat. Der Titel ist jedoch unpassend, findet DRS 3-Reporterin Yvonne Lambrigger: «Mitch Winehouse hat das Buch aufgrund seiner Tagebucheinträge geschrieben - und so liest es sich auch. Er hätte das Buch besser ‹Mein Leben mit Amy› genannt.»
(Zu?) Grosse Fussstapfen hinterlassen
Amy Winehouse ist ohne Zweifel das grösste Aushängeschild des sogenannten Blue-Eyed Soul. Zu deutsch: blauäugiger Soul, also weisse Sängerinnen, die Soul singen - traditionell eher schwarze Musik. In der Musikbranche gibt es längst eine ganze Auswahl von Frauen, die gross in dieser Sparte mitmischen. Zum Beispiel Duffy, Adele oder Pixie Lott. Allerdings fehlt all diesen Frauen ein zentrales Merkmal, um wirklich als Nachfolgerinnen von Amy Winehouse gehandelt zu werden. «Sie sind viel zu sauber», stellt DRS 3-Reporterin Yvonne Lambrigger fest, «mit ihren blonden Model-Mähnen und dem Zahnpastalächeln ist keine so unverkennbar und aufregend wie Amy Winehouse.»
Gabriel Crucitti / Andrea Joss
