Zimmermädchenreport
Legt selbst Hand an: DRS 3-Reporter Manuel Rothmund (DRS 3)
Die Zimmermädchen - sie arbeiten im Hintergrund, fast unsichtbar erledigen sie ihre Arbeit schnell, sauber und zuverlässig. Und sie dringen in die Privatsphäre ihrer Kunden ein.
Doch wie schwer kann das sein? Jeder hat doch zu Hause schon sein eigenes Bad geputzt. Nichts leichteres als das, denkt sich auch DRS3-Reporter Manuel Rothmund. Er versucht sich selber als Zimmermädchen und scheitert mit Pauken und Trompeten. Sein Bericht:
«Badezimmer - eine Katastrophe»
Donnerstagmorgen, 9 Uhr im Nobel-Hotel Storchen in Zürich. Ich treffe das Zimmermädchen Marija Plavsic auf dem Gang zwischen zwei Zimmern.
Mitten im Arbeitsstress sagt sie zu mir: «Im nächsten Zimmer kannst du gleich mit anpacken.»
Gesagt, getan: Das Bad in Zimmer 312 wird von mir auf Hochglanz geputzt. So wie ich das zu Hause auch machen würde. Ratz-fatz. Dann schreitet Marija Plavsic zur Kontrolle.
Sauber ist nicht gleich sauber
Ihr Fazit ist vernichtend: «Badewanne - Katastrophe, Waschbecken - Katastrophe, Toilette - auch Katastrophe und das alles viel zu langsam. Es tut mir leid, aber du könntest nie bei uns arbeiten.»
Ich bin entsetzt, denn das Bad in meiner Wohnung ist keineswegs schmutzig. Doch anscheinend nie auf dem Niveau eines gründlich gereinigten Hotelzimmers.
Putz-Blitz vs. Putz-Schnecke
Pro Tag muss Marija Plavsic bis zu 14 Zimmer auf Vordermann bringen. Sie wechselt die Bettwäsche, putzt das Badezimmer spiegelblank, staubt die Möbel ab und entsorgt die Abfälle.
Das ganze geschieht in knappen 30 Minuten pro Hotelzimmer. Im Gegensatz zu mir ist Marija Plavsic keine Putz-Schnecke sondern ein Putz-Blitz. Jedenfalls dann, wenn sie nicht noch so einen Bremsklotz wie mich am Bein hat.
