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Mittwoch, 16.5.2012

Vom Aschenbrödel zur anrüchigen «Pretty Woman»

Auch wenn die Struktur sich stets wiederholt, befinden sich Märchen im dauernden Wandel und wiederspiegeln den Zeitgeist, in der sie entstehen. Naheliegend, dass sich auch das Bild der Frau in der modernen Erzählkultur gewandelt hat.

Der Film «Pretty Woman» enthält alle Elemente eines modernen Märchens. (Touchstone Pictures)

Laut Ingrid Tomkowiak, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin an der Uni Zürich, möchte man keine passive, leidende Schönheit mehr als zentrale Figur haben: «Wenn heute Märchen neu verfasst werden, werden Frauen als selbstständig und unabhängig dargestellt.»

Ein gutes Beispiel dafür sei «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel»: Die Heldin im tschechisch-ostdeutschen Kultfilm, ist nicht mehr das passive Mädchen, dass in eine Ecke sitzt und weint. «Sie wartet nicht, bis ihr eine gute Fee zu Hilfe kommt, sondern geht aktiv auf den Prinzen zu, um ihr Schicksal zu ändern.»

Von der Bordsteinschwalbe zur Prinzessin
Das Märchen von heute zeugt von einem neuen Frauenbild, aber die Struktur der Erzählung bleibt unverändert. Paradebeispiel dafür ist die Liebeskomödie «Pretty Woman», in dem Julia Roberts als Call Girl aus ihrer Misere befreit wird. Nur reitet der edle Prinz in Gestalt des reichen Geschäftsmanns, nicht hoch zu Ross, sondern im sportlichen Coupé.

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Das neue Frauenbild im Märchen
Hören (1:53)

Pretty Woman (1990, Trailer)



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Gestiefelte Kater, fliegende Besen und verzauberte Prinzen: Märchen lassen uns vom Alltag entfliehen und von einer scheinbar besseren Welt träumen. DRS 3-Chefsatiriker und Psychoanalytiker Peter Schneider, glaubt zu wissen, weshalb Märchen längst zum generationenübergreifenden Kulturgut gehören.  Mehr

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