Auswanderer Peter Schüpbach: «Ich habe mir einen 'Steihuufe' im Tessin gekauft.»
Peter Schüpbach erfüllt sich den Traum vom eigenen Rustico.
Das Tessin erlebt seit Jahren einen Bauboom. Einfamilienhäuser und Wohnblöcke schiessen wie Pilze aus dem Boden und treiben die Urbanisierung des Südkantons voran. Dabei spielt auch die Nachfrage nach Ferienwohnungen eine grosse Rolle. Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als 30000 Wohnungen oder Häuser als Zweitresidenzen verwendet werden.
Bis zu seiner Pension wird Peter Schüpbach zwischen Bern und Avegno pendeln. Unter der Woche lebt und arbeitet der 61-Jährige in Wabern bei Bern, am Wochenende beaufsichtigt er die Baustelle im Tessin.
50 Jahre unbewohnt
Am gekauften Rustico gibt es einiges zu tun; Baujahr 1683, lange Zeit unbewohnbar, es fehlt das Wasser, die Kanalisation und der Strom.
Warum gerade dieses Rustico, warum Avgeno? «Ich war in Avegno in den Ferien in einem wunderschönen Haus. Eines Tages hatten wir dort einen Wasserschaden, dadurch lernte ich einen Achitekten kennen, der mir heute mein Haus umbaut», sagt Peter Schüpbach.
Gefragte Handwerker
Die meisten Arbeiten werden von Einheimischen erledigt. Vor allem für den Baumeister hat Schüpbach viel Lob übrig: «Er ist ein toller Maurer. Man findet heute nicht mehr so viele Leute, die das Handwerk des Steinmauerns noch beherrschen.» Nur für das Steindach musste er auf einen Engadiner Handwerker ausweichen.
Mit offenen Armen empfangen
Von der lokalen Bevölkerung wurde der Neuzuzüger mit offenen Armen empfangen: «Wenn man mit ihnen Italienisch spricht, kommt man gut an», meint der Wahltessiner. Wer allerdings beim Deutsch bleibe, werde sich schwer tun, Kontakte zu knüpfen.
Er stört sich daran, dass viele Deutschschweizer, die schon lange hier leben, immer noch auf Deutsch bestellen: «Das ist schade, denn diese Leute verpassen etwas». Umso mehr freut es ihn, wie rasch er mit den Einheimischen in Kontakt kam. «Auch sie freuen sich, dass jemand das alte Haus wieder bewohnbar macht.»
