Postkarte aus Berlin: Schäfchen zählen
Liebe Landsleute, ein Festival im fernen Ausland ist immer dann am Schönsten, wenn dann doch mitten in dieser ganzen Internationalität auch etwas Heimatliches aufblitzt. Nicht, dass wir etwa Heimweh hätten oder uns fremd fühlten sonst. Nein, ganz im Gegenteil.
Wenn dann und wann an einem Anlass wie etwa der Berlinale etwas Schweizerisches stattfindet, dann fühlen wir, dass wir eben auch dazu gehören zur Welt. Wir sind auch ein Teil vom «International» bei den «Internationalen Filmfestspielen».
Schupsen, trampeln, drängeln
Und besonders schön ist es, wenn sich - wie auf der heutigen Postkarte zu sehen - die Leute auf den Füssen herumtrampeln, schupsen, drängeln und sich fast schlagen, damit sie für die Premiere des Schweizer Films «Hiver Nomade» einen Platz bekommen. (Und ich natürlich mittendrin, siehe Bild...).
800 waren es im ausverkauften Kino. Genauso viele, wie Schafe im Film von Manuel von Stürler. Der nämlich filmte zwei Wanderhirten einen Winter lang im Waadtland. Ein schöner Film - aber man kam bei den ganzen Schafen, die 90 Minuten (im Film) und ihr ganzes Leben (in echt) ihren Leitschafen hinterhertrotten nicht umhin, an eine bestimmte Partei der Schweiz zu denken.
Mitten in Berlin. Am Ende des Films war aber der Spuk vorbei, wir waren wieder international, die Fragen wurden in deutsch und englisch gestellt und in französisch beantwortet.
Grüsse, Greetings, Salutations und Bääh
Eure Brigitte Häring
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