Uno legt Entwurf für Waffenhandelsabkommen vor
Der internationale Waffenhandel soll begrenzt werden - mit einem globalen Waffenhandelsabkommen. (Keystone Archiv)
Das geplante Uno-Abkommen zur Begrenzung des internationalen Waffenhandels nimmt Formen an. In New York verständigte sich die internationale Gemeinschaft nach knapp dreiwöchigen Verhandlungen am Dienstag auf einen Entwurf, der jedoch von Menschenrechtsorganisationen als zu schwach kritisiert wird.
Das Vertragswerk soll den Schwarzmarkthandel mit Gewehren und Pistolen unterbinden und verhindern, dass diese in die Hände von Terroristen und Verbrecherorganisationen geraten. Das zehnseitige Papier soll noch diese Woche verabschiedet werden.
Der Leiter der deutschen Delegation, Botschafter Jörg Ranau, würdigte den Entwurf als «sehr gute Grundlage für die Arbeit der kurzen noch verbleibenden Zeit». Seine Gruppe sei zuversichtlich, dass es am Ende ein «starkes und robustes Abkommen» geben werde.
Entwurf zu schwach?
Dagegen kritisierten Oxfam, Amnesty International und die anderen Mitglieder der «Control-Arms»-Kampagne den Entwurf als «viel zu schwach, um seine humanitären Ziele zu erreichen». «Man merkt, dass der Entwurf mit der heissen Nadel gestrickt ist», sagte Robert Lindner von Oxfam in Berlin.
Amnesty kritisierte, dass der Entwurf nicht für Waffen gelte, die eine Regierung einer anderen schenke oder als Hilfslieferung deklariere. So bleibe ein beträchtlicher Teil aller Waffentransfers aussen vor.
Ausserdem fehle auf der Liste eine ganze Reihe von Waffen- und Munitionstypen. Die Organisation drängte US-Präsident Barack Obama und andere Weltführer, die Schlupflöcher in den nächsten drei Tagen zu stopfen: «Das Weisse Haus hält den Schlüssel in Händen.»
Für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz erklärte Peter Herby: «Die wichtigsten Paragrafen des Vertragsentwurfs haben immer noch grosse Schlupflöcher.» Sie würden nur den Status quo bestätigen.
Handelsvereinbarungen
«Control Arms» beanstandete, dass sich der Vertragsentwurf mehr auf Handelsvereinbarungen als auf humanitäre Ziele konzentriere. Die Liste grösserer Waffensysteme sei verwirrend und lasse Drohnen aus.
Sorge bereite auch, dass das Abkommen den Ländern erlauben würde, alle Waffenlieferungen fortzusetzen, zu denen sie sich vor dem Abkommen verpflichtet hatten. Das hiesse, dass Russland dem syrischen Regime weiter Waffen und Munition verkaufen dürfte.
Die USA, Russland, China, Frankreich, Grossbritannien sowie Deutschland sind die führenden Waffenexporteure. Sie decken etwa 80 Prozent aller Lieferungen weltweit ab. (basn;bru, dpa)
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