Berner Familienwappen neu im Internet
Die Nachfrage nach Familienwappen sei seit Jahren gross, schreibt die Staatskanzlei in einer Mitteilung vom Montag. Mit dem neuen, kostenlosen Angebot werde eine wichtige Lücke geschlossen. Bis anhin mussten Interessenten die Wappen gegen Entgelt beziehen.
Beliebte Wappen
Ursprünglich seien Wappen den Adeligen vorbehalten und in einem Wappenbrief festgeschrieben gewesen, erklärt Staatsarchivarin Barbara Studer Immenhauser. Mit der Moderne sei dies dann, insbesondere in der Schweiz, natürlich weggefallen. Besonders vor und während des zweiten Weltkriegs seien Wappen in Mode gekommen. Studer Immenhauser erinnert etwa an die Landesausstellung 1939 mit dem Fahnenhimmel der Schweizer Gemeindewappen.
Auch Familienwappen seien damals beliebt gewesen. Viele der Familienwappen im Berner Staatsarchiv seien Vorschläge des Staatsarchivs aus den 1930er- und 1940er-Jahren, führt Studer Immenhauser aus.
Vor allem eine Spielerei
Mit den Wappen ist keine amtliche Registrierung und kein rechtlicher Schutz verbunden. Es sei vor allem eine «Spielerei», an der aber viele Bürgerinnen und Bürger durchaus Freude hätten. Wer kein Familienwappen habe, könne nach den gängigen Regeln ein solches entwerfen.
Bislang waren die Familienwappen im Staatsarchiv auf Karteikarten abgelegt. Nun wurden die Wappen feinsäuberlich aus den Karten herausgeschnitten und eingescannt. Weiter ausgebaut hat das Staatsarchiv auch das bereits bestehende Online-Angebot. Mittlerweise seien über 90 Prozent aller Aktenbestände erfasst. Neben den neu aufgeschalteten Familienwappen sind auch rund 56'000 digitalisierte Dokumente wie Fotos, Pläne oder Postkarten abrufbar. (liec, sda)
