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Dienstag, 7.8.2012

Ogi und der Astronaut «reloaded»

20 Jahre nach «Freude herrscht»: Adolf Ogi und Claude Nicollier telefonieren erneut miteinander. Diesmal befinden sich beide auf der Erde, Adolf Ogi ist Bundesrat im Ruhestand und Claude Nicollier Professor am Swiss Space Center an der ETH in Lausanne.

Adolf Ogi und Claude Nicollier bei einem Treffen im Bundeshaus 1996. (Archiv Keystone)

«Freude herrscht!» - seit 20 Jahren

Beitrag aus Rendez-vous vom Dienstag, 7.8.2012, 12.30 Uhr, DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle

Von Inlandredaktor Dominik Meier

Vor 20 Jahren gratulierte Bundesrat Adolf Ogi dem Astronauten Claude Nicollier zum ersten Weltraumflug eines Schweizers. Das Gespräch ist legendär.

«Sie haben haben mir vor 20 Jahren zu einer Wortschöpfung verholfen», sagt Ogi in Anspielung auf seinen damaligen spontanen Ausspruch «Freude herrscht», der in der Schweiz zum geflügelten Wort wurde.  Er erinnert sich, dass die Nasa und die Esa ihm damals hätten vorschreiben wollen, was er mit dem Astronauten bereden solle, doch, er, Ogi - als Schweizer - habe sich dies nicht vorschreiben lassen.  Dass der damalige Vize-Bundespräsident den vorgeschriebenen Rahmen gesprengt habe, habe ihn sehr gefreut, sagt Nicollier erheitert: «‹Freude herrscht› war wichtiger als der erste Europäer im All».

Er sei zu bescheiden, gibt Ogi zurück: «nein, nein, Sie haben die Leistung vollbracht und ich nur eine Wortschöpfung.» Die ganze Schweiz sei stolz gewesen, «Sie sind 136 Mal die Welt geflogen.»

«Die Schweiz sieht heute vielleicht etwas anders aus», sagt Ogi. Von oben, aus dem All gesehen, meint Nicollier, habe sich die Schweiz wohl nicht gross verändert, die Wälder seien nicht abgeholzt worden wie in anderen Ländern. «Vom Weltraum aus gesehen ist die Schweiz immer noch absolut schön. Wie ein Schatz.» «Wie ein Schatz», wiederholt Ogi, da sind sich die beiden einig. (lin)

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