Ein gutes Prozent mehr Lohn
GAV-Mitarbeiter erhalten mehr Geld ins Portemonnaie. (Archiv Keystone)
Von Wirtschaftsredaktor Iwan Lieberherr
Die Statistiker des Bundes haben die wichtigsten Gesamtarbeitsverträge der Schweiz ausgewertet - jene, denen mindestens 1500 Personen unterstellt sind. Fazit: Die Brutto-Löhne, inklusive einem allfälligen Dreizehnten, stiegen um 1,1 Prozent. Das ist etwas weniger als im vergangenen Jahr.
Berücksichtigt man aber, dass die Teuerung in diesem Jahr leicht sinken dürfte, ergibt sich ein Lohn-Plus von 1,5 Prozent. Das ist wiederum mehr als im vergangenen Jahr. Und kann sich sehen lassen, wenn man das schwierige wirtschaftliche Umfeld und die Stärke des Frankens anschaut.
Profitieren konnten vor allem Angestellte der Post-, Kurier- und Express-Diensten. Hingegen mussten sich etwa Angestellte der Bekleidungs-Branche mit einer Nullrunde abfinden. Allerdings: Die Zahlen können von Jahr zu Jahr stark schwanken, weil nicht alle Gesamtarbeits-Verträge gleich lang laufen.
Solide Wirtschaftslage
Was auffällt: Ganze 63 Prozent der Lohnsumme wurde gleichmässig auf die Angestellten verteilt. Also generell nach dem Giesskannenprinzip. Das ist deutlich mehr als im vergangenen Jahr. Der Grund: Die Schweizer Wirtschaft ist auf Kurs.
«Wenn die wirtschaftliche Situation schwierig ist, wird die Lohnerhöhung eher individuell verteilt. Bei guter Wirtschaftslage wird die Erhöhung eher generell vorgenommen», sagt Didier Froidevaux, der beim Bundesamt für Statistik die Entwicklung der Löhne untersucht.
Nicht nur die Löhne allgemein sind angehoben worden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich auch auf höhere Mindestlöhne verständigen können. Im Schnitt wurden die Mindestlöhne dieses Jahr um 1,4 Prozent erhöht. Allerdings gibt es grosse Unterschiede zwischen den Branchen. Besonders stark fielen die Erhöhungen in der Gastronomie. Aber auch in der Uhren-Branche wurden die Mindestlöhne überdurchschnittlich erhöht.
Signalcharakter
Bei allen statistischen Ausschlägen: Die generellen GAV-Löhne und die GAV-Mindestlöhne haben Signalcharakter für das gesamte Lohnniveau in der Schweiz. Einer auf vier Arbeitnehmer sei von den GAV-Löhnen betroffen, sagt Didier Froidevaux. «Dies ist ein guter Indikator.»
Aufgrund der Zahlen zu den Gesamtarbeitsverträgen rechnet das Bundesamt für Statistik damit, dass die Löhne in diesem Jahr insgesamt um 1,2 Prozent steigen dürften. Das ist praktisch gleich viel wie im vergangenen Jahr. (fors)
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