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Donnerstag, 28.1.2010

CH-Fresh 89: «Als die Schweizer Rap-Pioniere an-elektrisiert wurden»

Die Schweiz war Spätzünder in Sachen HipHop. Als in den USA der Sprechgesang und das Beatboxen seit 10 Jahren Hochkonjunktur hatte, fristete HipHop in der Schweiz immer noch ein Mauerblümchendasein. Das änderte sich erst im September 1989.

Grafik auf dem Plakat zum HipHop-Festival CH-Fresh von 1986.

Nicht in den Rap-Hauptstädten Lausanne, Zürich und Basel, sondern im beschaulichen Burgdorf im Kanton Bern fand am 2. September 1989 das erste Schweizer HipHop-Festival statt: das CH-Fresh 89. Es war die Initialzündung für den heimischen HipHop.

«Wir rechneten mit eine Untergrund-Veranstaltung von etwa 500 Leuten», sagt das damalige OK-Mitglied und heutige DRS 3-Mann Hannes Hug, „gekommen sind aber über 1600». Die Veranstalter wurden völlig überrannt und konnten viele Festival-Besucher gar nicht erst reinlassen.

Ohne Fresh wäre Schweizer HipHop noch in der Steinzeit
«Darauf hatte die HipHop-Schweiz gewartet», sagt DRS 3 Black Music-Experte Sascha Rossier. Trotz grosser Befürchtungen um Ausschreitungen im Vorfeld ging das Festival ohne gröbere Zwischenfälle über die Bühne.

«Das Festival zeigte allen Skeptikern, dass HipHopper sich nicht nur bekriegen, sondern auch friedlich miteinander feiern können», so Rossier. Es war die Initialzündung für weitere HipHop-Veranstaltungen in der Schweiz.

So sponserte die Grossbank UBS ein paar Jahre später ein Konzert im Hallenstadion mit den Rap-Grössen Sens Unik und Public Enemy. Ohne die Pionierarbeit des CH-Fresh 89 hätte der HipHop in der Schweiz wohl noch ein paar Jahre länger auf den Durchbruch warten müssen.

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Zeitdokument: DRS 3 Sondersendung zum CH-Fresh 1989
Hören (61:12)

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