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Die Bundesratswahl hat bereits im Vorfeld Spannung versprochen - und sie auch gehalten. Reaktionen und Analysen der sechs Bestätigungs- und der einen Erneuerungswahl können Sie hier nachhören.
Das Parlament habe gezeigt, dass es keine Spiele mehr wolle. Das sagte der neugewählte Bundesrat Alain Berset im Gespräch mit Schweizer Radio DRS. Bei der Wahl habe ihm sicher auch seine Kompromissfähigkeit geholfen. Mehr
Die SVP hat weiterhin nur einen Bundesrat: Nationalrat Adrian Amstutz schiebt die Schuld dafür den linken aber auch den Mitte-Parteien in die Schuhe. Die Konkordanz sei willentlich gebrochen worden. «Es war ein abgekartetes Spiel.» Der Berner Oberländer sieht nun viel Arbeit auf die Basis zukommen. Die SVP werde vermehrt Initiativen lancieren, um ihre Interessen durchzusetzen.
In den vier Landessprachen hat Alain Berset sich nach seiner Wahl für das Vertrauen bedankt. Er freue sich auf die Zusammenarbeit und erkläre die Annahme der Wahl, sagte der 39-jährige Freiburger. Berset sprach von einem Gefühl der Verantwortung für die Gesamtheit des Landes, die Bevölkerung, die Kantone, das Parlament und den Bundesrat.
Aus Sicht von SP-Parteipräsident Christian Levrat muss die SVP nach den Bundesratswahlen ihre Strategie überdenken und brauchbares Personal für nächste Wahlen aufbauen. «Sie hat die Sache mit ihrer Kamikaze-Strategie verbockt», so Levrat. Er erwarte, dass die Mitte und die Linksparteien in der Regierung bei der Sozial-, der Familien- und der Steuerpolitik zusammenfinden.
Er gehe nicht davon aus, dass Ueli Maurer aus der Regierung zurückgezogen werde. Falsche Lösungen werde die SVP künftig aber weiter bekämpfen «notfalls mit dem Volk», so SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli.
Im Gegensatz zu manchen anderen Parteien habe die FDP eine sehr solide Arbeit gemacht, erklärte FDP-Ständerat Felix Gutzwiller. Von der SVP zeigte er sich enttäuscht «aber nicht überrascht». Sie habe wochenlang die Konkordanz beschworen und dann sei von einer Minute auf die andere alles anders gewesen, so Gutzwiller weiter.
Einmal mehr sehe man, dass es ein Kartell gegen die SVP gebe, erklärte SVP-Nationalrat Peter Spuhler gegenüber Schweizer Radio DRS. «Einmal mehr werden wir hier in Bern vorgeführt.» Er selber sei aber gegen den Gang der SVP in die Opposition. Aber darüber werde sicher in den nächsten Tagen noch viel diskutiert, so Spuhler weiter.
Der Angriff der SVP auf den SP-Sitz von Simonetta Sommaruga sei ein simpler Racheakt. In jedem Fall habe die SP Anrecht auf zwei Sitze, erklärte SP-Fraktionschefin Ursula Wyss als Replik auf die SVP-Erklärung. Die SP sei sich das gewohnt, die SVP trete immer wieder gegen die SP an.
Nach der Wahl von Didier Burkhalter trat SVP Fraktionschef Caspar Baader vor die Bundesversammlung. Die SVP sei jetzt zu nichts mehr verpflichtet. Sie werde nun in jedem Wahlgang antreten. Kandidat sei Jean-François Rime, Hansjörg Walter werde nicht mehr antreten.
Ungewöhnlich: Bundesrat Ueli Maurer hat während der laufenden Wahl das Bundeshaus verlassen und sich zur SVP Parteibasis in einem benachbarten Hotel begeben. Dort gab er eine Erklärung zur Wiederwahl von Eveline Widmer-Schlumpf ab. Das sei kein guter Tag für die Schweiz, sagte Maurer. Solche Aktionen würden den Zusammenhalt der Schweiz nicht fördern. «Wir sind uns gewohnt zu kämpfen.»
Hocherfreut über die Wiederwahl von Eveline Widmer-Schlumpf waren die Vertreter der Bündner BDP. Genugtuung sei das falsche Wort, erklärte etwa Thierry Luzzi, ehemaliger Präsident der BDP Graubünden, aber eine «gewisse Befriedigung».
Der Parteipräsident der CVP, Christophe Darbellay, freut sich über das Glanzresultat seiner Bundesrätin Doris Leuthard. Sie habe eine gute Arbeit geleistet in den vergangenen Jahren.
In ihrer Abschiedsrede erinnerte die abtretende Bundepräsidentin Micheline Calmy-Rey an die Schwerpunkte der Aussenpolitik der letzten Jahre. Gleichzeitig rief sie zur politischen Öffnung auf. Man müsse die Interessen des Landes durch eine verstärkte internationale Präsenz vertreten. «Die Schweiz bracht Engagement und aktives Mitwirken.» Für viele Fragen gebe es noch keine Lösungen, «aber wir kommen voran», erklärte sie mit Blick auf die Beziehungen zu europäischen Union.