(reuters)
Die «2000-Watt-Gesellschaft»
Auch bezeichnet als kumulierter Energieaufwand. Gemeint ist die Energiemenge, die von der Herstellung über Transport und Lagerung bis hin zur Entsorgung eines Produktes verbraucht wird. Bei importierten Produkten fällt ein grosser Teil davon im Ausland an und taucht deshalb nicht in den Schweizer Inlandsstatistiken auf. Experten wie das Paul-Scherrer-Institut gehen davon aus, dass der Schweizer Durchschnittsbedarf bei rund 5000 Watt liegt - allerdings ohne graue Energie, die nochmals rund 4000 Watt ausmacht.
Forscher der ETH Zürich haben die Vision einer 2000-Watt-Gesellschaft entwickelt. Wenn es gelinge, so meinen die Forscher, den Pro-Kopf-Verbrauch weltweit auf diesen Wert zu bringen, sei eine einigermassen umweltverträgliche Energieversorgung erreicht, die einen mindestens stabilen Wohlstand garantiere.
Der weltweite Durchschnitt liegt derzeit bereits bei 2000 Watt - allerdings mit einem Haken. Das globale Mittel kommt nur zustande, weil der geringe Verbrauch vieler Entwicklungsländer die enormen Werte der Industrieländer drückt.
Europäer in der 6000-Watt-Gesellschaft
Zum Vergleich: Während jeder Europäer im Jahr 2004 einen Gesamtenergiebedarf von rund 6000 Watt hatte, brauchte ein Usbeke 3000, ein Äthiopier gerade 1000 Watt. In der Regel geht ein hoher Energieverbrauch mit einem gewissen Wohlstand einher.
Die ETH-Forscher haben diese krassen Unterschiede nun ins Visier genommen. Die meisten Industrieländer müssten ihren Verbrauch deutlich drosseln, viele Entwicklungsländer hingegen hätten Luft nach oben.
Zwei Drittel sparen
Für die Schweiz hiesse das Modell: zwei Drittel weniger Energieverbrauch. Der Lebensstandard soll darunter dennoch nicht leiden. Die ETH-Forscher sind überzeugt, dass vor allem der Einsatz hoch effizienter Technologien - Solartechnik oder Erdwärme beispielsweise - den Verbrauch entscheidend drosseln kann. Kritiker wenden ein, dass die 2000-Watt-Gesellschaft häufig die so genannte Graue Energie ausser Acht lässt.
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