Maloney wissenschaftlich überprüft
Maloney ist für einmal Gegenstand wissenschaftlicher Ermittlungen. (DRS 3)
Roger Graf ist Erfinder und Autor von Philip Maloney. Er schreibt die Krimi-Geschichten ohne Vorbildung in Strafrecht und Polizeiarbeit. Dennoch taugen die Maloney-Folgen offenbar auch für wissenschaftliche Betrachtungen.
Einige Studenten am Lehrstuhl für Strafrecht und Kriminologie der Universität Zürich haben begonnen, Maloneyfolgen genauer unter die Lupe zu nehmen. Nora Markwalder ist eine davon. Sie hat die Folge «Anti-Aging» untersucht und überprüft, ob Motiv, Täter und die Detektivarbeit der Realität nahe kommen. Auch die Arbeit der Polizei wird entsprechend gewürdigt und besprochen.
Hier ein Ausschnitt aus der Rezension von Nora Markwalder zur Maloney-Folge «Anti-Aging»
«Gibt es tatsächlich einen Mordkoeffizienten, anhand dessen der Kriminologe die Wahrscheinlichkeit berechnen kann, dass jemand zum Mörder geworden ist? Oder sind solche Aussagen doch nur „dämliches" Geschwafel eines übereifrigen Ermittlers?
In der vom Kriminologischen Institut der Universität Zürich zusammengestellten Datenbank zu den Tötungsdelikten der letzten 20 Jahre gibt es zwar keine Angaben zu den Hobbies verurteilter Täter, jedoch sind deren Beruf und Ausbildung darin aufgelistet. So können wir herauslesen, dass immerhin einige Automechaniker in den letzten Jahren in Tötungsdelikte verwickelt waren, jedoch kein einziger Autohändler. Die Bandbreite an verschiedenen Berufen bei den Tätern ist jedoch beachtlich.
Vom Stallburschen über den Privatdetektiv (genau, auch private Schnüffler wie Maloney haben einen „Mordkoeffizienten") bis hin zum Mediziner, ja sogar einer professionellen Tänzerin (was wiederum den Mordkoeffizienten des Ehemannes in die Höhe hüpfen lassen würde) sind so ziemlich alle erdenklichen Berufsgattungen in der Datenbank vertreten. Autohändler sind also wie vom Polizeibeamten richtig eingeschätzt keineswegs mordlustiger als der Rest der Welt.»
