SendetermineNetzgespräch vom Dienstag, 29.9.2009, 10.05 Uhr, DRS 2
Dienstag, 29.9.2009, 10.05-10.10 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Dienstag, 29.9.2009, 10.35-10.37 Uhr, Radio SRF Podcast
Tod im Netz - virtuelles Sterben ist kompliziert
Ganze Sendung
Fast jeder hat heute eine Art virtuelle Existenz. Man schreibt Emails an seine Liebsten, lädt Ferienbilder ins Internet oder informiert via Facebook seine Freunde, was man gerade so tut. Nur: Was geschieht eigentlich mit unseren «Internet-Ich», wenn wir sterben?
In den meisten Fällen erst mal gar nichts. Emails bleiben unbeantwortet, Facebook-Profile zeigen keine Aktivität. Das hat zur Folge, dass Personen, die nicht zum engeren Freundeskreis gehören, vielleicht gar nie vom Tod ihres (mindestens virtuellen) Freundes erfahren.
Angehörige versuchen deshalb oft, Email-Accounts oder Profile in sozialen Netzwerken deaktivieren zu lassen - was sich meist als kompliziert herausstellt. Meist braucht es dazu richterliche Verfügungen, leben keine Verwandten der verstorbenen Person mehr, wird es noch schwieriger.
Ausserdem haben viele Dienste ihre eigenen Regeln: Die einen löschen unverzüglich (Beispiel XING), die anderen versetzen das Profil zuerst einmal in den so genannten «memorial state» und funktionieren die persönliche Seite damit in eine Art virtuelle Gedenkstätte um (Facebook). Wieder andere (Flickr) löschen gar keine Daten von Verstrorbenen.
Die Komplexität des «virtuellen Ablebens» hat bereits zu einer neuen Geschäftsfeld im Internet geführt: der digitalen Nachlassverwaltung. In den USA, aber auch in Deutschland gibt es Dienste, die gegen Bezahlung digitale Daten - meist Email-Accounts, Webseiten und Profile in sozialen Netzwerken - verwalten und diese beim Tod der Person löschen.
