Das Leben einer Maus
(Disney)
Er ist Meisterdetektiv, Weltumsegler, Oscar-Preisträger - und besitzt einen eigenen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood: Mit klugem Kopf und grossen Ohren erobert Micky Maus seit Jahrzehnten immer neue Generationen von Kindern und Erwachsenen im Sturm. Begonnen hat alles 1928 mit der Premiere von Walt Disneys Film «Steamboat Willie» im New Yorker Colony Theatre.
Von Mortimer zu Micky
Mickys Erfindung hatte ursprünglich pragmatische Gründe: Bei einem Rechtsstreit hatte Walt Disney die Rechte an seinem erfolgreichen Cartoon-Hasen Oswald verloren und brauchte eine neue Figur. So entwarfen Disney und Ub Iwerks den Mäuserich, der ursprünglich Mortimer heissen sollte und anfangs noch kleine punktförmige Augen, kurze Hosen und übergrosse Schuhe hatte. Disneys Frau schlug den Namen Micky vor - und ein Star war geboren.
1941 kam der Oscar
Als Leinwandheld war Micky in den 30er Jahren für mehrere Oscars nominiert, ehe der Film «Lend A Paw» 1941 endlich die begehrte Auszeichnung erhielt. Schon 1932 hatte Disney einen Ehren-Oscar für die Erfindung der Figur bekommen. Heutzutage ist Micky jedoch längst mehr als Comicfigur denn als Filmstar bekannt. Der erste, kurze Comicstrip erschien übrigens schon am 13. Januar 1930 in amerikanischen Tageszeitungen. Später entwickelte der Graphiker Floyd Gottfredson, der Micky mehr als 45 Jahre lang zeichnete, die längeren Fortsetzungeschichten.
Nach und nach veränderte sich Mickys Aussehen: In den 40er-Jahren verlor er den Mäuseschwanz und bekam eine andere Körperform, auch seine Hosen veränderten sich. Inzwischen trägt er meist eine rote Hose und ein weisses Hemd.
Minni, Goofy und Kater Karlo
Mit den Jahren stellten die Zeichner Micky zahlreiche Weggefährten zur Seite, die ihn durch seine Abenteuer in Entenhausen und der ganzen Welt begleiten. Die wichtigsten sind sein bester Freund Goofy und Dauer-Freundin Minni. Goofy ist der Tollpatsch und bringt auf diese Weise verlässlich Spass in die Geschichten. Ernster geht es da schon zwischen Micky und Minni Maus zu: Immerhin leben die beiden seit Jahrzehnten in einer festen Beziehung. Trotzdem werden sie wohl nie heiraten.
Mickys bekannteste Gegenspieler sind der fiese Ganove Kater Karlo, dem er regelmässig das Handwerk legt, und das von Floyd Gottfredson erfundene Schwarze Phantom. Im Gegenzug entwarf der Zeichner die Polizisten Kommissar Hunter und Inspektor Issel. Auch andere Zeichner drückten Disneys Mäuse-Universum ihren eigenen Stempel auf und erfanden Freunde und Gegner für die Hauptfigur.
Mick Mauswalker, Micky Jekyll und Mister Mike
Neben seiner Hauptbeschäftigung als Detektiv ist Micky in so manche bekannte Rolle geschlüpft: So segelte er als Christoph Columbus um die Welt, gab in der Comic-Version des Jules-Verne-Klassikers «Der Kurier des Zaren» den Hauptmann Michael Mausoff, trug im Weltraum Kämpfe als Mick Mauswalker aus und hatte gar eine Doppelrolle in «Der seltsame Fall des Micky Jekyll und des Mister Mike».
Vielleicht sind es ja diese vielen Rollen, die Micky zu einem Helden für jede Altersgruppe und beinahe jeden Geschmack machen. Micky ist generationenübergreifend. So manche Grosseltern der heutigen Generation haben wohl schon mit Micky lesen gelernt. Die Geschichte des Mäuserichs dürfte also trotz seines hohen Alters noch lange nicht zu Ende sein.
AP/kal
